Energiegewinnung aus Kleinwindanlagen

Der "Windfang auf dem Dach" rechnet sich nur, wenn der Standort stimmt. Ob der Standort geeignet ist, hängt wesentlich von den Windverhältnissen ab. Die wichtigsten Informationen haben wir für Sie zusammengestellt.

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Online seit: 18.10.2014 | Themenbereich: Strom sparen
Energiegewinnung aus Kleinwindanlagen

Gerade in den letzten Monaten sprießen in Österreich Windräder vermehrt aus dem Boden. Hauptsächlich jedoch in Bundesländern wie Ober- und Niederösterreich, Salzburg, Burgenland, Kärnten und Teile der Steiermark. Die Energiegewinnung aus Wind ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll. Warum also sollte man dieses Potenzial nicht auch individuell nutzen? Seit einigen Jahren sind bereits Kleinwindanlagen auf dem Markt, die auf dem Dach oder auf dem eigenen Grundstück installiert werden können. Diese lohnen sich für jeden, der den richtigen Standort hat.

Ob der Standort geeignet ist, hängt wesentlich von den Windverhältnissen ab: Im besten Fall wehe der Wind stetig mit mittleren Geschwindigkeiten von etwa sechs Metern pro Sekunde, was ungefähr Windstärke 4 entspricht. Die Höhe der Anlage sollte mindestens zehn Meter betragen, in der Nähe sollten sich keine hohen Bäume oder Gebäude befinden, weil ansonsten der Wind verwirbelt wird. Messungen sollten von einem Fachmann exakt am vorgesehenen Standort vorgenommen werden.



Wichtig ist anschließend die Bestimmung der Leistung der Anlage, die sich nach Kilowattstunden (kWh) bemisst: Sie sollte für die Bedürfnisse der Eigentümer und für die Windverhältnisse optimal ausgelegt werden. Ein Vierpersonenhaushalt in Österreich verbraucht im Schnitt zwischen 4000 bis 5500 Kilowattstunden Strom im Jahr. Wird mehr Energie erzeugt, lohnt sich das Einspeisen ins öffentliche Netz nicht. Denn dafür erhält der Betreiber derzeit weniger als zehn Cent pro Kilowattstunde. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Einkaufspreis für eine Kilowattstunde Strom lag im April dieses Jahres bei rund 28 Cent. Man sollte also keine Anlage bauen, um damit Geld zu verdienen.

Kombination aus Kleinwindanlagen und Solarthermie 
Oft scheint die Sonne, wenn der Wind nicht weht und umgekehrt. So wird fast fortwährend Strom erzeugt, mit dem auch Wasser erhitzt werden kann. Kleinwindanlagen kosten in der Anschaffung derzeit etwa zwischen 3000 und 7000 Euro. Hinzu kommen Ausgaben für die Montage, den Anschluss ans Hausnetz sowie jährliche Wartungskosten in Höhe von bis zu zwei Prozent des Anschaffungspreises. Muss ein Fundament für den Mast gegossen werden, belaufen sich die Kosten dafür auf einige Tausend Euro - je nach dessen Höhe. Wobei die Faustformel gilt: je höher der Mast, desto besser der Ertrag.

Gute Kleinwindanlagen amortisierten sich in der Regel nach zwölf bis 14 Jahren. Entscheidend ist daher, dass sie lange technisch einwandfrei laufen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es für Kleinwindkraftanlagen kein vorgeschriebenes Qualitätslabel. Das CE-Kennzeichen hilft da nicht weiter. Folglich findet man auf dem Markt einige Anlagen mit fragwürdiger Qualität.Käufer sollten daher auf gute Qualität achten. Sehr günstige Preise sind verdächtig. 

Funktionsweise einer Kleinwindanlage am Hausnetz



Es gibt wenige Systeme, die auf dem Dach gut funktionieren - zumeist weil die Windverhältnisse dort nicht ausreichend sind. Bei Anlagen ab einer Kilowattstunde muss unbedingt die Statik geprüft werden. Ein weiteres Problem seien die stetigen Geräusche, die eine solche Anlage im Betrieb erzeugt und die über das Gebäude weitergeleitet werden. Daher sollte über eine Schallentkoppelung nachgedacht werden. Zu bedenken ist auch, dass die Rotorblätter störende Schatten werfen können.

Wer eine Anlage auf sein Grundstück bauen lassen möchte, muss in der Regel bestimmte Grenzabstände beachten. In den meisten Bundesländern ist außerdem eine Baugenehmigung Pflicht. Nur damit erhalten Betreiber Rechtssicherheit - auch in Ländern, in denen für bestimmte Anlagetypen keine Genehmigungspflicht besteht. 


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Redaktion Bauwohnwelt