Es werde Licht

Je nach Kontrast, Helligkeit und Farbe entfaltet Licht eine andere Wirkung. Mit entsprechender Folge für unser Wohlbefinden.


Online seit: | Themenbereich: Strom sparen

Sie wissen nicht genau, ob die Socken, die sie morgens zur Hand nehmen dunkelblau oder schwarz sind? Oder kommen Sie in der Früh nicht aus dem Bett – obwohl Sie lang genug geschlafen haben? Dann ist möglicherweise das Licht Schuld. Entweder hapert es an der Lichtfarbe, der Farbwiedergabe oder an der Beleuchtungsstärke. Für jeden Raum das richtige Licht zu finden, bedarf nämlich einer genauen Planung. Um im Nachhinein teure und mühsame Änderungen zu vermeiden, ist es daher ratsam, sich bereits beim Bau oder während der Renovierung mit dem Thema auseinander zu setzen. Nur so werden sich Steckdosen und Anschlüsse dort befinden, wo sie auch tatsächlich gebraucht werden. Auch die Anforderungen an die Beleuchtung eines Raumes sollte man sich genau überlegen. Im Badezimmer benötigt man klarerweise eine andere Beleuchtung als im Schlafzimmer, der Küche oder im Wohnzimmer.

Das wiederum ist ein Kriterium für die Wahl der Leuchten: Hängeleuchten beispielsweise werfen gleichmäßiges Licht, erzeugen aber Schatten. Spots wiederum sorgen zielgerichtet für gutes Licht. In diesem Zusammenhang bewähren sich maßstabgetreu angefertigte Beleuchtungspläne. Darin werden unter anderem die gewünschte Lichtwirkung im Raum sowie Möblierung und Funktion der Räume sowie die einzelnen Zonen in den Räumen festgelegt. Die benötigten Leuchten werden in der jeweiligen Stückzahl und mit den Schaltkreisen eingezeichnet. Auch die erforderlichen Schalter, Dimmer, Steckdosen oder Fernsteuerungen sowie die dafür nötigen Installationen sind darin zu finden.

Bei all den Überlegungen sollte die Entscheidung für die Leuchtmittel nicht fehlen: Abgesehen von der Lichtqualität spielen dabei auch Verfügbarkeit, ökologische und ökonomische Überlegungen eine Rolle.
Glühlampen: Glühlampen setzen lediglich fünf Prozent der verbrauchten Energie in Licht um, die restlichen 95 Prozent werden als Wärme abgegeben. Angesichts dieser Ineffizienz werden die herkömmlichen Glühbirnen, deren Licht eher gelblich und warm ist, auf Initiative der EU-Kommission nicht mehr in den Handel ausgeliefert und seit 2009 schrittweise durch energiesparende Alternativen ersetzt.
Halogenlampe: Halogenleuchtmittel sind 30 Prozent effizienter als die klassische Glühbirne, verbrauchen aber im Vergleich zu Energiesparlampen und LED-Leuchtmitteln noch deutlich mehr Strom. Daher werden auch sie ab September 2018 in der EU verboten.

Das Licht der Halogenleuchten ist klar und weiß.
Energiesparleuchten: Energiesparlampen, die um bis 70 Prozent weniger Energie verbrauchen als Glühbirnen, sind Lampen, die bestimmte Energieeffizienzkriterien erfüllen, wie z.B. besonders effiziente Gasentladungslampen ähnlich den Neonröhren. Ein Kritikpunkt ist allerdings das in den Energiesparleuchten enthaltene Quecksilber, das in manchen Fällen frei wird, wenn die Lampe zerbricht. Wegen des Quecksilbers gelten Energiesparleuchten als Problemstoffe und müssen dementsprechend entsorgt werden. Darüber hinaus wird die volle Helligkeit meist erst nach einigen Sekunden erreicht.
LED-Lampen: Diese Leuchtmittel, die nahezu keine Wärme entwickeln und bis zu 90 Prozent Stromkosten sparen, funktionieren mit Halbleiterkristallen, die in Verbindung mit Strom zu leuchten beginnen. Ein weiterer Vorteil ist ihre Lebensdauer - sie brennen bis zu 100.000 Stunden. Durch ihre geringe Größe lassen sie sich beinahe überall einsetzen und sind mittlerweile in vielen Farbtönen erhältlich. Oft wirkt das Licht aufgrund des eingeschränkten Frequenzspektrums noch kalt und ungemütlich. Ein weiterer Nachteil sind die im Vergleich zu anderen Leuchtmitteln immer noch höheren Anschaffungskosten. Umweltschützer kritisieren darüber hinaus, dass zu ihrer Herstellung so genannte Seltene Erden verwendet werden. All diese Überlegungen sind nicht nur unter dem Aspekt, dass Licht für Sicht sorgt, wichtig.

Licht hat nämlich einen weiteren Effekt: es schafft Atmosphäre. So sorgt die optimale Kombination von kontrastarmer, also indirekter, und kontrastreicher, also zielgenauer, Beleuchtung für Behaglichkeit. Denn je nach Kontrast, Lichtfarbe oder Helligkeit entfaltet das Licht eine völlig andere Wirkung. Erst das Zusammenspiel von Licht und Schatten gibt Gegenständen Kontur – und bringt Spannung in den Raum. Gleichmäßig hell ausgeleuchtete Räume hingegen werden als kalt und ungemütlich empfunden.

Die richtige Mischung also macht`s: Um das Optimum aus der Beleuchtung herauszuholen, raten Experten daher zu einem Zusammenspiel verschiedener Lichtquellen wie Hintergrundbeleuchtung (z.B. Deckenleuchten), Akzentlicht (Strahler, Tischleuchten) und Arbeitsbeleuchtung (Schreibtisch-, Leselampe) beziehungsweise zur Kombination aus indirektem und direktem Licht. Indirekte Leuchten zum Beispiel geben weiches Licht, das kaum Schatten wirft. Allerdings ermüden die Augen bei indirektem Licht rascher. Arbeitsplätze, etwa in der Küche oder im Büro, aber auch Leseplätze benötigen daher ein sehr helles, fokussiertes Licht.

Aber noch etwas ist wichtig: Licht darf nicht blenden. Blendung beeinträchtigt nicht nur die Sehleistung, sondern führt auf Dauer zu Ermüdung und Konzentrationsschwäche. Lampen und Leuchten sollten also so platziert werden, dass ihr Licht nicht direkt blendet und auch nicht von glänzenden Materialien reflektiert wird.
Gute Beleuchtungskonzepte allerdings sorgen nicht nur für die richtige Ausleuchtung der Räume und damit gute Sicht und Behaglichkeit. Sie sind darüber hinaus sogar gesundheitsfördernd. Denn Licht wirkt auch massiv auf Körper und Psyche. Es steuert den Hormonhaushalt, das Immunsystem und den Stoffwechsel, es wird in den Zellen gespeichert und regelt die Kommunikationsprozesse im Körper. So wirkt Licht mit hohen Blauanteilen aktivierend – es vertreibt daher die Müdigkeit nach dem Aufstehen.

Versuche an der Psychiatrischen Universitätsklinik der Berliner Charité haben gezeigt, dass schon bei Verwendung herkömmlicher Leuchtstofflampen mit tageslicht- oder kühlweißem Licht die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin innerhalb von zehn Minuten deutlich abnimmt – das Schlafsignal bleibt aus. Von der positiven Wirkung des kaltweißen Lichts auf die Psyche können im übrigen auch jene Menschen ein Lied singen, die im Herbst und Winter unter Lichtmangel leiden. Dieser führt vielfach zu Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Stimmungsschwankungen, ja sogar zu den so genannten Winterdepressionen. Abhilfe schaffen in diesen Fällen spezielle Lichttherapiegeräte. Sie geben großflächig kaltweißes Licht im kurzwelligen blauen Bereich ab, das dem Tageslicht entspricht.
Am Abend dagegen ist warmweißes Licht gefragt, das weniger stark in den Hormonhaushalt eingreift und eine gute Nachtruhe ermöglicht. Verschiedene Experten raten daher dazu, Handys, Computer oder Fernseher, deren Bildschirme meist einen höheren Blauanteil im Licht aufweisen, nicht erst kurz vor dem zu Bett gehen oder im Bett, sondern bereits früher auszuschalten.
Sich mit der optimalen Beleuchtung in seinen vier Wänden zu befassen, hat also zahlreiche positive Auswirkungen. Nicht nur die, dass die Farbe der Socken leicht erkannt wird.


Lichtfarbe

Sie definiert die Eigenfarbe des Lichts einer Lampe und wird als Farbtemperatur in Kelvin (K) gemessen.

Wichtige Lichtfarben für den Wohnbereich sind: Warmweiß (unter 3.300 K), Neutralweiß (3.300 bis 5.300 K) und Tageslichtweiß (über 5.300K).

Farbwiedergabe:
Der Farbwiedergabe-Index informiert über die Qualität einer Lampe. Das heißt, er gibt an, wie natürlich die Farben der Umgebung unter dem Licht dieser Lampe wirken. Optimal ist Ra = 100. Für Wohnräume sollten mindestens Ra ≥ 80 erreicht werden. Halogenlampen erreichen Ra = 100, LED Ra = 90 und Energiesparlampen in der Regel Ra ≥ 80.
Lichtausbeute:
Die Lichtausbeute gibt an, wie energieeffizient eine Lampe arbeitet. Sie sagt also, wie viel Lichtstrom oder Lumen pro Watt erzeugt wird (lm/W). Sie ist damit das Maß für die Wirtschaftlichkeit der künstlichen Lichtquelle. Je höher der Lumen/Watt-Wert, desto energieeffizienter erzeugen Lampen ihr Licht.
Beleuchtungsstärke:
Die Beleuchtungsstärke hat großen Einfluss darauf, wie schnell, sicher und leicht eine Sehaufgabe -   zum Beispiel beim Lesen oder bei der Arbeit am Computer – von den Augen bewältigt wird. Die Beleuchtungsstärke wird in Lux (lx) gemessen. Sie beschreibt die Lichtmenge, die auf eine Fläche trifft.


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Redaktion Bauwohnwelt