Sonnenenergie vom eigenen Dach

Österreich ist ein sonniges Land. Und die hier reichlich scheinende Sonne ist ein schier unerschöpflicher Energiespeicher, der sich gewinnbringend auch von privaten Haushalten nutzen lässt.

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Online seit: 25.02.2015 | Themenbereich: Strom sparen
Sonnenenergie vom eigenen Dach

Geld sparen und ökologisch handeln mit einer privaten Photovoltaik-Anlage

Vorteile einer privaten Stromversorgung via Photovoltaik

Der größte Vorteil einer eigenen Solaranlage besteht darin, dass der private Betreiber einer solchen sich von den großen Energiekonzernen und deren Preispolitik unabhängig macht. Ergo: Wer selbst Strom produziert, braucht sich über ständig steigende Energiepreise nicht mehr zu ärgern. Mit dem selbst produzierten Strom kann der elektrische Rasenmäher sowie der heimische Computer betrieben werden, Sonnenenergie erwärmt das benötigte Warmwasser für den Haushalt und lässt sich auch für alles andere nutzen, wofür heutzutage elektrische Energie gebraucht wird. 

Um derart unabhängig von den externen Energieversorgern zu sein, braucht es keine riesige Photovoltaik-Anlage. Stattdessen genügt es, Paneele mit einer durchschnittlichen Größe von 4,8 kWp auf dem Dach eines herkömmlichen Einfamilienhauses anzubringen - allein diese produzieren pro Jahr im Schnitt - je nach Sonnenscheindauer - etwa 4200 kWh Strom. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Haushalt mit vier Personen verbraucht jährlich ca. 4.600 kWh Energie, d. h. mit einigen Solarpaneelen auf dem Dach wäre die Familie praktisch autark von einer externen Stromversorgung.


Gesetzliche Regelungen und Fördermöglichkeiten

Seit 2012 gilt in Österreich das Ökostromgesetz. Dieses wurde verabschiedet, um die Vorgaben der EU hinsichtlich der Förderung von Erneuerbaren Energien zu erfüllen. Außer Photovoltaik-Anlagen werden zudem Windkraftanlagen (auch Kleinwindkraftanlagen), Bio-Gas, Wasserkraft, Geothermik und andere Formen der ökologischen Stromproduktion finanziell gefördert. 

Im Gegensatz zu einer Photovoltaik-Anlage ist der Betrieb einer Kleinwindkraftanlage allerdings in den meisten Fällen unrentabel, während wiederum andere Formen für Eigenheimbesitzer eher nicht zu realisieren sind - schließlich besitzt nicht jeder einen Fluss, an dem sich der Bau sowie der Betrieb einer Wasserkraftanlage lohnen würde. Der Betrieb einer Photovoltaik-Anlage jedoch ist recht komplikationslos, zudem sind die Kosten vergleichsweise gering. 

So kostet die Installation einer durchschnittlichen Dachanlage etwas mehr als 7.000 EUR - wobei der Staat allerdings dem Betreiber hinsichtlich der Finanzierung noch kräftig unter die Arme greift. Denn wer sich entscheidet, in eine solche Anlage investieren zu wollen, erhält dafür Zuschüsse. Die Förderungen - derzeit (Stand: Januar 2015) befinden sich noch etwa acht Millionen EUR im Fördertopf - können bei der Abwicklungsstelle für Ökostrom AG online beantragt werden. 

Hilfestellungen und zahlreiche Informationen erhalten Interessenten beim 2011 gegründeten Verband Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ).


Einspeisung von produziertem Strom ins öffentliche Netz

Neben der finanziellen Förderung für die Investition in eine neue Solaranlage zahlt der Staat zudem Geld für jede ins öffentliche Stromnetz eingespeiste Kilowattstunde. Derzeit beträgt die Vergütung 15 Cent je Kilowattstunde. Das kann sich durchaus lohnen, wenn die eigene Anlage aufgrund günstiger Witterungsbedingungen besonders viel Strom produziert. Allerdings ist es in den meisten Fällen sinnvoller, einen Solarstromspeicher einzubauen. 

Denn Solarstrom ist - wie andere Formen der Erneuerbaren Energie auch - tückisch. Wer nicht nur bei Sonnenschein Fernsehen gucken oder am Computer arbeiten möchte, muss den erzeugten Strom speichern können. Denn sobald der Himmel bedeckt ist, produziert die Anlage nicht mehr - und der Hausbesitzer ist wieder auf eine teure externe Versorgung angewiesen. 

Ein Solarstromspeicher speichert dagegen die in sonnigen Zeiten produzierte Energie und sorgt dafür, dass man auch bei Regen oder Dunkelheit auf den selbst erzeugten Strom zurückgreifen kann. Diese Vorgehensweise ist deutlich kostengünstiger als die Variante des Einspeisens ins öffentliche Netz: Zwar erhält man 15 Cent je kWh für eine Einspeisung, muss dann allerdings auch zu sonnenarmen Zeiten auf die externe Versorgung mit Strom zurückgreifen - und dafür derzeit rund 29 Cent pro kWh bezahlen.


Fazit

Angesichts der stetig steigenden Stromkosten kann es sich für Hausbesitzer finanziell rentieren, eine Solaranlage auf dem eigenen Hausdach zu installieren. Dadurch erzielt man eine Unabhängigkeit von den großen Energiekonzernen und deren Preispolitik - und tut so ganz nebenbei noch etwas Gutes für die Umwelt. Allerdings kann es sinnvoller sein, den produzierten Strom mit einer Speicheranlage zu für sonnenarme Zeiten zu speichern, anstatt überflüssige kWh ins öffentliche Netz einzuspeisen.


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Redaktion Bauwohnwelt