Säen, Pflanzen und Vermehren

Im Gemüsegarten können nun schon zahlreiche Herbst- und Wintersorten ausgesät werden. Auch zweijährige Sommerblumen sind nun an der Reihe, die aber auch als Containerpflanzen in Hülle und Fülle angeboten werden. Von Obst- und Ziergehölzen können Stecklinge geschnitten und Absenker gepflanzt werden.

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Online seit: 11.06.2012 | Themenbereich: Terrasse & Balkon
Säen, Pflanzen und Vermehren

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Wenn auch nun die Zeit des Genießens losgeht, so ist immer noch genug zu tun in den Beeten, vor allem in den sehr pflegeintensiven Gemüsebeeten, da man ja ständig ernten kann, es Unkraut frei halten und auch bis zum Winter noch mit Gemüse versorgt sein möchte. Im Stauden- und Kräuterbeet kann jederzeit nachgepflanzt werden, denn das Angebot an Containerpflanzen in Gartencentern und Gärtnereien ist riesig. Auch die Auswahl an blühenden Containerrosen ist jetzt sehr groß, die ebenfalls noch bis zum Herbst gepflanzt werden können. Wer sich für nächstes Jahr Pflanzennachwuchs anschaffen möchte, schneidet jetzt Stecklinge von Obst- und Ziergehölzen, trennt Ausläufer von Erdbeeren zur Vermehrung ab oder setzt Absenker.

Aufgegangene Saaten vereinzeln: Folgesaaten der im Vollfrühling gesäten Gemüse sowie ausgesäte Sommerblumen sollten jetzt vereinzelt werden. Wenn Sie die Samen im Beet bereits an die vorgesehenen Stellen ausgesät haben, gehen Sie durch die Reihen und zupfen Sie einfach von zu dicht stehenden, aufgegangenen Pflänzchen ein paar aus, damit die verbleibenden genug Platz zum Wachsen haben.

Weitere Folgesaaten von Gemüse: Sind ein paar Plätze im Gemüsebeet freigeworden, können schon wieder neue Folgesaaten gemacht werden. Jetzt beginnt vor allem die Aussaat von Herbst- und Wintersorten. Im Abstand von zwei bis drei Wochen können jetzt ständig zahlreiche Salate wie Asia-Salat, Eichblattsalat, Eissalat, Kopfsalat und Winterendivie gesät werden. Hier gibt es Sorten, die sowohl für den Sommer- als auch den Herbstanbau geeignet sind, zum Beispiel die Kopfsalat-Sorte 'Dynamite', oder für den Herbst- und Winteranbau wie die Endivien-Sorte 'Escariol'. Herbstsorten von Lauch sind etwa 'Elefant' oder 'Herbstriesen', Herbst- und Wintersorten von Roter Bete 'Rote Kugel 2', 'Cylindra' oder die sehr interessante, zweifarbig geringelte Sorte 'Chioggia'. Von Rettich kann im Juni noch 'Ostergruß rosa' ausgesät werden. Auch weitere Aussaaten von Bohnen, Fenchel, Gartenkresse, Mangold, Möhre und Kohlrabi können jetzt noch erfolgen.

Radieschen, deren Samen recht klein sind und die deshalb schnell keimen, können bis August wöchentlich nachgesät und so laufend geerntet werden. Bewährte Sorten für den Sommer sind 'Eiszapfen' mit länglichen, weißen Rübchen oder die großen, roten Sorten 'Parat' und 'Riesenbutter'. Bis Anfang Juni kann auch noch Kohlrabi, bis Juli noch Brokkoli, Grünkohl, Rotkohl und Palmkohl ausgesät werden. Gute Sorten sind beispielsweise 'Calabrese' (samenechte Brokkoli-Sorte), 'Halbhoher Grüner Krauser' und 'Vitessa GS' (Grünkohl) sowie 'Blauwe Spek' (späte Herbstsorte von Kohlrabi). Herbst- und Lagersorten des Rotkohls sind die bewährte Sorte 'Allrot', aber auch 'Marner Dauerrot' und 'Marner Septemberrot'. Der aus Italien stammende Palmkohl oder Toskanischer Kohl, eine Variante des Grünkohls, kann noch bis Juli ausgesät werden, geerntet werden die Blätter bis spätestens Dezember. Seine nur mäßige Frosthärte reicht aber normalerweise bei uns nicht zum Überwintern im Freien.

Von Mangold können – je nach Sorte – bis August noch die roten Sorten 'Rhubarb Chard' und 'Vulkan' oder die bunte Sorte 'Bright Lights' (= F1 Hybride) ausgesät werden; späte Sorten können überwintert werden, müssen im Freiland jedoch bei stärkerem Frost mit Laub oder Fichtenreisig abgedeckt werden.

Bis Ende Juni, Anfang Juli können noch Folgesaaten von Bohnen erfolgen, damit – abhängig von Aussaattermin und Sorte – bis Oktober alle Früchte abgeerntet sind. Neben den grünen Bohnen gibt es auch gelbe und dunkelviolette Sorten, ja sogar gesprenkelte und zweifarbige. In den letzten Jahren sind zunehmend auch alte Sorten wieder neu entdeckt worden. Die Samen der Bohnen sind relativ groß und kommen 3 – 4 cm tief in die Erde. Man kann sie zu mehreren in Gruppen legen, was als Horst- oder Dibbelsaat bezeichnet wird ( Info). Der Abstand der Pflanzen zueinander sollte mindestens 40 cm betragen. Ertragreiche Sorten der Buschbohne sind 'Jutta' oder 'Valja' (beide grün), 'Berggold', 'Goldstern GS' oder 'Golden Teepee' (alle gelb). Letztere wird auch als Gluckentyp bezeichnet, da die Bohnen über dem Laub stehen. So kann viel bequemer geerntet werden. Eine intensiv dunkelviolette Farbe besitzt der Gluckentyp 'Purple Teepee'. Auch bei Stangenbohnen, die eine Rankhilfe benötigen, gibt es interessante Sorten wie die zweifarbige 'Borlotto', die violette 'Blauhilde' oder die relativ neue Sorte 'Cobra' mit außergewöhnlich langen Früchten. Viele Bohnen, deren Kerne zweifarbig und oft auch gemustert sind, werden von Betrieben oder Gärtnern angeboten, die sich auf solche Raritäten spezialisiert haben.

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Redaktion Bauwohnwelt