Maklergebühren: Die Diskussion hält an IMMO

Seit 1 .September müssen potentielle Mieter bei Maklergebühren weniger in die Tasche greifen. Makler müssen an diesem Zeitpunkt eine Monatsmiete weniger an Provision verlangen als bisher. Die Interessengemeinschaften von Maklern und Immobilientreuhändern lassen die Verordnung nun verfassungs-und europarechtlich prüfen.


Online seit: 17.07.2012 | Themenbereich: Häufige Fragen
Maklergebühren: Die Diskussion hält an IMMO

Sind die Maklergebühren zu hoch oder zu niedrig?

Wer bisher eine Wohnung oder ein Haus mieten wollte, musste drei Monatsmieten Vermittlungsprovision zahlen. Künftig fallen für Mietverträge bis zu drei Jahren zwei Monatsmieten, bei kürzeren Laufzeiten eine Monatsmiete an.

Ausgeschlossen von dieser Regelung sind Geschäftslokale und auch die Vermittlung von Käufen und Verkäufen sind nicht betroffen. Ausschlaggebend für die Novelle der Immobilienmaklerverordnung war, dass in Österreich die höchsten Maklergebühren Europas anfielen.

Kein Wunder, dass die Mietervereinigung über die neue Regelung sehr erfreut ist. Spart man sich durch die neue Regelung bei einer 100 Quadratmeterwohnung durchschnittlich 1000 Euro an Maklergebühr.

Es versteht sich, dass man die Neuregelung von Seiten der Makler und Immobilientreuhänder anders sieht und man Konsequenzen ankündigt. Man befürchtet Umsatzeinbußen von bis zu 30 Prozent. Eine Reihe von Unternehmen habe bereits angekündigt Mitarbeiter abzubauen und keine neuen einzustellen. Allein in Wien sind von der Beschränkung rund 1400 Makler betroffen. Viele würden nach Ansicht der Interessenverbände jetzt ums Überleben kämpfen. Mehr als zwei Drittel sind Ein-Personen-Unternehmen. Gerade in einer Stadt wie Wien, wo mehr vermietet als verkauft wird, komme es zu einem starken Einbruch.

Für die Mieter werde es dadurch nicht leichter. Insbesondere für Wohnungen zwischen 500 und 600 Euro Mietpreis würden zukünftig Massenbesichtigungen anstehen und dadurch ein unnötiger Entscheidungsdruck entstehen.

Kritisiert von den Maklern wird in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, dass sich in der Branche zu viele schwarze Schafe tummeln. Personen ohne Gewerbeberechtigung und ausreichender Qualifikation. Die Gewerbeordnung bezeichnen sie als „zahnlos“.

Die neue Vorschrift betrifft auch Zeitungsinserate. Sie müssen ab sofort die Gesamtbelastung sowie die Zusammensetzung des Mietzinses enthalten. Dadurch würden sie für die Makler zu teuer. In Zukunft versucht man auf andere Medienformen wie das Internet auszuweichen.

Auch Österreichs Wirtschaftskammer ist über die Neuregelung unzufrieden. Hier kann man sich vorstellen, dass in Zukunft bei Neuvermietungen auch der Wohnungseigentümer für die Maklerentschädigung Provisionen zahlt.

Der Bund des Rings Freiheitlicher Wirtschaftstreibender fordert die steuerliche Absetzbarkeit von Maklerprovisionen für Private. Diese sollten im Bereich der Werbungskosten angesiedelt sein.


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Redaktion Bauwohnwelt