Was bringt der Energieausweis

Ziel des Energieausweises ist es, Gebäude in punkto Energiebedarf vergleichbar zu machen. Im Grunde geht es um die Angabe eines Normverbrauchs ähnlich wie beim Auto. Markttransparenz lautet das Schlagwort.


Online seit: 17.07.2015 | Themenbereich: Häufige Fragen
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Was bringt der Energieausweis

Damit wird auch rasch klar, der Energieausweis kann keine genaue Prognose der zu erwartenden Energiekosten liefern! Zu unterschiedlich ist das Verhalten der Nutzer. Was der Energieausweis sehr wohl liefert ist eine Einstufung basierend auf mehreren Kennwerten und damit können Sie Gebäude untereinander vergleichen.

Es ist seit Dezember 2012 verpflichtend, schon in Inseraten zumindest zwei Kennzahlen anzuführen. Den Heizwärmebedarf (HWB) und jenen Faktor, der die Gesamtenergieeffizienz fGEE angibt. Die Erwartung ist, dass in der Folge Käufer und Mieter auch die Energieeffizienzklasse als Entscheidungskriterium nutzen. Gebäude mit schlechter Einstufung werden bei Verkauf oder Vermietung dann weniger einbringen - oder es wird vorher saniert.

 

Abbildung 6: In den österreichischen Energieausweisen sind vier Kennzahlen besonders hervorgehoben: Heizwärmebedarf (HWB), Primärenergiebedarf (PEB), CO2-Emissionen und ein Effizienzfaktor. In NÖ hin nur HWB auf der Titelseite, CO2 ist dzt. nicht auszuweisen!

Was bedeuten die Kennzahlen?

Der Heizwärmebedarf (HWB) zeigt an, wie viel Wärme über die Gebäudehülle verloren geht. Zur Vergleichbarkeit wird er in Kilowattstunden pro Quadratmeter Bruttogeschoßfläche angegeben. Brutto bedeutet Außenabmessung, also inkl. Wandstärke. Je kleiner der Wert ist, umso besser.

Der Gesamtenergieeffizienzfaktor ist ein Vergleichswert: Der Energiebedarf jenes Objekts, für welches der Energieausweis gerechnet wurde, wird mit dem Referenzwert des Energiebedarfs eines im gleichen Jahr errichteten Gebäudes verglichen. Der Quotient ergibt den Gesamtenergieeffizienzfaktor. Ist der Faktor kleiner als 1, hat das vorliegende Gebäude eine bessere energetische Qualität als der Neubaustandard im Jahr 2007. Ist der Faktor größer als 1, ist die Energieeffizienz um diesen Faktor schlechter.

 

Wer sollte den Energieausweis ausstellen?

Es ist sehr zu empfehlen, Energieausweise von solchen Personen erstellen zu lassen, die sich dafür qualifiziert haben. Die Berechnung mit einem der Energieausweis-Programme allein garantiert noch keine entsprechenden Ergebnisse. Grob falsche Angaben in einem Energieausweis können Haftungsfolgen nach sich ziehen!

 

Warum sind im Energieausweis keine Heizkosten enthalten? 

Der Energieausweis betrachtet ausschließlich die energetische Qualität des Gebäudes und des Energiesystems. Damit lassen sich grundsätzlich Aussagen zur energetischen Qualität des Gebäudes treffen, die auch über mehrere Jahre hin Gültigkeit haben. Heizkosten sind demgegenüber von der Nutzung beeinflusst, die nicht vom Gebäudeeigentümer garantiert werden kann. Der Energieausweis soll zukünftige Nutzer von Gebäuden darüber informieren, ob bei einem Gebäude tendenziell hohe oder niedrige Energieverbräuche zu erwarten sind.

 

Bildquellen: Bild 1 (c) shutterstock.com/ Bild 2 (c) klimaaktiv.at

 


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