Auf Durchzug

Frische Luft tut gut – daher sollten auch Innenräume regelmäßig gelüftet werden. Doch auch das will gelernt sein.


Online seit: | Themenbereich: Fenster & Türen

Dicke Luft – damit fühlt sich kaum jemand wohl. Dabei sind wir ihr oft Tag für Tag stundenlang ausgeliefert. Warum? Weil wir zu wenig lüften! Denn bleiben die Fenster länger geschlossen, entsteht die besagte „Dicke Luft“: Der Sauerstoffgehalt in den Räumen sinkt, dafür steigt der CO2-Anteil. Die Gründe dafür sind vielfältig, sie reichen von der Atemluft, die man ausstößt, über Schadstoffe, die möglicherweise von Möbeln, Lacken usw abgegeben werden, bis zum Zigarettenrauch.

Die Folge: mit zunehmender Verschlechterung der Luftqualität sinkt die Konzentrationsfähigkeit, dafür steigt die Wahrscheinlichkeit beispielsweise für Müdigkeit und Kopfschmerzen. Auch dem gefürchteten Schimmelbefall wird durch falsches oder zu geringes Lüften Tür und Tor geöffnet. Denn wo wenig gelüftet wird, steigt die Luftfeuchtigkeit – und die ist wiederum der ideale Nährboden für Schimmel.

Also: Fenster auf! Das gilt vor allem nach dem Duschen, Baden und Kochen – und generell bei beschlagenen Fensterscheiben.  Mehrmals täglich sollten alle Fenster ganz geöffnet und nach einigen Minuten wieder geschlossen werden. Dabei gilt: je mehr Bewegung herrscht und je mehr Menschen, aber auch Tiere und Pflanzen im Raum sind, desto öfter sollte für frische Luft gesorgt werden. Denn diese verbrauchen nicht nur Sauerstoff, sondern durch sie steigen auch Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Raum.

Allerdings gibt es beim Lüften zwischen Sommer und Winter durchaus Unterschiede. Kurz, oft und intensiv, heißt die Devise in der kalten Jahreszeit. Je kälter es draußen ist, desto kürzer sollte gelüftet werden. Fünf bis zehn Minuten mehrere Male am Tag reichen aus, um frische Luft in die Räume zu bringen. Selbst wenn die Fenster nur kurz offen sind, kann die feuchte Luft nach draußen entweichen und im Gegenzug trockene, sauerstoffreiche Luft in den Raum gelangen. Weil diese sich leichter erwärmt, wird nach dem Schließen der Fenster die gewünschte Raumtemperatur schnell wieder erreicht. Ein No-Go sind übrigens in der kalten Jahreszeit stundenlang gekippte Fenster. Denn trotz langer Öffnungszeit kann die Luft nicht optimal zirkulieren, dafür kühlen Wände und der Bereich rund ums Fenster zu sehr ab.

Anders als in den Wintermonaten, können die Fenster im Sommer wesentlich länger geöffnet bleiben. Wobei es sinnvoll ist, in den kühleren Morgen- oder Abendstunden zu lüften – so vermeiden Sie, dass warme und oft auch feuchte Luft von außen in die Zimmer gelangt. Wie im Winter, ist auch im Sommer die Luftzirkulation wichtig: wenn möglich, öffnen Sie zwei gegenüberliegende Fenster. Ist dies nicht möglich, hilft ein Ventilator. Positionieren Sie das Gerät jedoch in der Nähe des Fensters, damit es die kühlere Außenluft ins Zimmer bläst und die feuchte Raumluft nach außen gelangt.

Laufend Frischluft

Eine nachhaltige und effiziente Methode zur nötigen Frischluftzufuhr sind moderne Komfortlüftungssysteme – auch kontrollierte Wohnraumlüftungen genannt. Mit ihrer automatischen Regelung der Be- und Entlüftung, schaffen sie die verbrauchte Luft aus den Räumen und ersetzen sie laufend durch hygienisch frische und gefilterte Luft. Systeme zur intelligenten Wohnraumlüftung bestehen in der Regel aus einem Netz von Luftkanälen, über die das Gebäude mit Frischluft versorgt wird. Zur Frischlufttemperierung wird Wärme der Abluft über ein Wärmetauschersystem entzogen und der Frischluft wieder zugeführt. Im Sommer kann die Frischluft abgekühlt werden. Solche Anlagen sollten so früh wie möglich in die Bauplanung miteinbezogen werden.

Allerdings: Auch Altbauten können mittlerweile mit entsprechenden Kompaktgeräten, die in die Außenwände eingesetzt werden, nachgerüstet werden. Diese Lüftungsgeräte verfügen über Wärmetauscher, Filter und Ventilatoren, die den Luftaustausch regeln. Eine automatische Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung kostet in der Anschaffung nicht mehr als ein konventionelles Heizungssystem, allerdings benötigen solche Anlagen eine intensivere Wartung – Stichwort Filter.


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Redaktion Bauwohnwelt