Damit der Lärm draußen bleibt

Übertragen wird der Lärm vor allem durch den Luftschall. Wie viel Außenlärm tatsächlich in die Wohnungen gelangt, hängt also davon ab, wie gut diese dagegen gedämmt sind. Das wiederum hängt von der Beschaffenheit der einzelnen Bauteile, also Außenwänden, Fenster, Türen und Dach, ab.


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Beschrieben wird die Dämmwirkung von Bauteilen im Übrigen durch das bewertete Schalldämmmaß, das die Differenz zwischen dem Lärmpegel draußen und drinnen angibt. So bewirkt zum Beispiel ein Außenwandziegel mit einem bewerteten Schalldämmmaß von 55 Dezibel, dass der Lärm, der durch eine mit diesen Ziegeln gebaute Wand dringt, um 55 Dezibel leiser wird. Für die einzelnen Bauteile sind im übrigen Mindestanforderungen an die Schalldämmung vorgeschrieben. Darüber hinaus ist es wichtig, dass das optimale Schalldämmmaß nach dem herrschenden Außenlärmpegel gewählt werden sollte.

Daher ist es sowohl beim Neubau als auch bei Sanierungen die Wahl des richtigen Materials gerade beispielsweise an stark befahrenen Straßen wichtig. Beim Lärmschutz ist nicht nur die Qualität der Außenwände entscheidend. Auch die Fenster beeinflussen maßgeblich, ob eine Fassade gut vor Lärm abschirmt. Dabei kommt es jedoch nicht nur auf das Fensterglas an. Der Schall dringt auch noch durch andere Stellen im und rund ums Fenster ein. Zum Beispiel durch den Fensterrahmen oder durch undichte Stellen zwischen Flügelrahmen und dem Fensterstock oder zwischen Fensterstock und Außenwand. Werden die Fenster nicht sorgfältig eingebaut, kann die erreichte Schalldämmung um bis zu zehn Dezibel schlechter sein als bei fachgerechtem Einbau. Aber auch da kann man gegensteuern: Undichte Stellen zwischen den Flügelrahmen und dem Fensterstock oder zwischen Fensterstock und Außenwand können abgedichtet werden. Auch die Fensterrahmen lassen sich von Profis reparieren. Alte Kastenfenster, die noch gut in Schuss sind, schützen von allen Fenstermodellen am besten vor Lärm. Aber auch Rollläden, die im Idealfall ebenfalls schallgedämmt sind, vor dem Fenster sorgen für ruhigere Nächte. Dabei ist es beim Einbau wichtig, dass der Abstand zwischen Fenstern und Rollläden mindestens zehn Zentimeter beträgt.

Aber auch vor Baubeginn kann man bereits eine spätere Lärmbelästigung vermeiden. Etwa dadurch, dass Schlafräume nicht zur Straße hin geplant werden. Oft hat das Problem mit dem Lärm auch konstruktive Ursachen. Schallbrücken an Decken, Wänden oder Treppen leiten Schall in andere Räume und sorgen dafür, dass sich der Lärm durch die Schwingung weiter potenziert. Abhilfe schaffen Dämmungen, vorausgesetzt die Dämmstoffe absorbieren den Schall gut. Eine Dämmung aus mineralischen Schütt-Dämmstoffen etwa gibt Bauteilen mehr Gewicht. So lassen sich Hohlräume in Decken oder Wänden einfach mit Dämmgranulat verfüllen. Dämmplatten aus Mineralwolle schlucken durch ihre offene Faserstruktur eindringende Schallwellen. Das gilt für den Luftschall, verursacht durch laute Musik oder Lärm von außen, ebenso wie für Trittschall, der durch Bodenbeläge wie Laminat oder Parkett entsteht. Selbst Geräusche von Rohrleitungen lassen sich mit einer entsprechenden Dämmung deutlich reduzieren. Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohfasern mit guten schalltechnischen Eigenschaften sind beispielsweise Kokosfasern sowie Zellulose und Holzfaser. Um hingegen dem Trittschall den Garaus zu machen, hilft je nach Material und Deckenkonstruktion beispielsweise bereits eine20 bis 30 Millimeter dicken Trittschalldämmung. Am wirksamsten ist ein schwimmender Estrich. Aber auch das Abhängen der Decke mit speziellen Deckensystemen und die Verwendung geeigneter Dämmstoffe kann die Geräuschbelästigung reduzieren. Es können Verbesserungen von bis zu zehn Dezibel erreicht werden, was einer Reduzierung des Lärms um 50 Prozent entspricht.


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