Nutzung eines Bioethanol-Kamins

Ein Bioethanol-Kamin braucht keinen Schornstein und sorgt für gemütliche Lagerfeuer-Stimmung in der Wohnung, gerade jetzt in der Übergangszeit. Beim Aufstellen und Betreiben sollten Sie jedoch ein paar Dinge beachten.

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Online seit: 06.10.2014 | Themenbereich: Heizung & Wasser
Nutzung eines Bioethanol-Kamins

Ein flackerndes Feuer sorgt augenblicklich für mehr Gemütlichkeit in einem Raum. Doch nicht jeder mag und kann sich einen Kamin oder Ofen zu Hause installieren. Viele greifen deshalb zum Bioethanol-Kamin, der ohne Rauchschlot auskommt. Die Deko-Kamine gibt es in unzähligen Designs, Größen und Preisklassen. 

Auch wenn ein Bioethanol-Kamin eher dekorativ ist, eine offene Feuerstelle im Haus ist er dennoch. Daher sollte Sicherheit an erster Stelle stehen.

Was ist Bioethanol?
Bioethanol ist ein Alkohol, der aus Getreide, Kartoffeln oder Zuckerrohr gewonnen wird. Statt zum Verzehr, werden diese biologischen Rohstoffe zu Alkohol vergoren und als Brennstoff genutzt. Das flüssige Bioethanol besteht zu etwa 95 Prozent aus pflanzlichen Alkoholen. Ganz ungefährlich ist Bioethanol daher nicht: Offen stehend, kann Bioethanol schon bei Temperaturen um 21 Grad ein leicht entzündliches und explosionsfähiges Luft-Gemisch bilden.

Daher gibt es neben flüssigem Bioethanol auch Brenngels und Pasten auf Ethanol-Basis. Diese sind mit Zusatzstoffen wie Isopropylalkohol oder Verdickungsstoffen versetzt. Ihr Nachteil: Sie verbrennen nicht geruchsfrei.

Verbrennt hingegen flüssiges Bioethanol, gibt es keinen Rauch oder Ruß. Aber es entstehen Kohlenstoffdioxid und Wasser. Das heißt, die Luft wird feuchter und schneller verbraucht. Daher sollten Sie bei einem brennenden Bioethanol-Kamin unbedingt für eine gute Belüftung des Raumes sorgen - beispielsweise durch ein gekipptes Fenster.

Funktionsweise eines Bioethanol-Kamins
Beim Bioethanol-Kamin wird, wie der Name schon sagt, Bioethanol verbrannt. Das flüssige Bioethanol lagert in einer Brennwanne, wird als Gel oder Paste in Dosen in den Bioethanol-Kamin eingesetzt. Einmal entflammt, kann Bioethanol durch Unterbrechen der Luftzufuhr gelöscht werden. 

Da beim Bioethanol-Kamin weder Rauch noch Ruß entstehen, ist kein Schornstein erforderlich. Genauso wenig, wie Anschlüsse an Gasleitungen notwendig sind. So können Sie einen Bioethanol-Kamin schnell aufstellen und frei im Raum platzieren. Wer umzieht, nimmt seinen Bioethanol-Kamin einfach mit. 

Auch das ansonsten notwendige Lagern von Holz entfällt beim Bioethanol-Kamin. Allerdings prasselt und knistert er auch nicht. Zwar lodert in einem Bioethanol-Kamin ein offenes Feuer - eine Heizung kann das allerdings nicht ersetzen.

Das sollten Sie bei einem Bioethanol-Kamin beachten
Aufstellen: Achten Sie beim Aufstellen des Bioethanol-Kamins auf einen Abstand von mindestens einem halben Meter zu hitzeempfindlichen sowie brennbaren Materialien. Lassen Sie sich bei Wandkaminen zu deren Befestigung auf Tapeten beraten. Stellen Sie einen Bioethanol-Kamin weder auf Teppich noch Teppichboden. Achten Sie allgemein auf einen stabilen Stand des Bioethanol-Kamins.

Anzünden: 
Zünden Sie Ihren Bioethanol-Kamin mit einem Stabfeuerzeug an und halten Sie dabei genügend Abstand. 

Beaufsichtigen: 
Der Bioethanol-Kamin ist ein offenes Feuer, das nicht aus den Augen gelassen werden darf. Brennt der Kamin oder ist die Flamme noch nicht vollständig erloschen, verlassen Sie bitte nicht das Haus oder die Wohnung, lassen Sie Kinder und Haustiere nicht unbeaufsichtigt im Raum und gehen Sie nicht zu Bett.

Betreiben: 
Beim Betrieb eines Bioethanol-Kamins entsteht zwar kein Ruß, dafür aber Kohlendioxid. Achten Sie daher stets auf eine ausreichende Belüftung. Zum Vergleich: Ein Bioethanol-Kamin, der einen halben Liter Bioethanol in der Stunde verbrennt, erzeugt ungefähr die gleiche Menge Kohlenstoffdioxid wie etwa 12 bis 16 Menschen in einer Stunde ausatmen. Je kleiner der Raum, desto mehr sollten Sie lüften. Sonst können Sie sich im schlimmsten Fall eine Kohlenstoffdioxidvergiftung zuziehen.

Nachfüllen: 
Besonders heikel beim Bioethanol-Kamin ist das Befüllen. Füllen Sie niemals Bioethanol nach, solange der Kamin brennt oder noch heiß ist. Sonst kann es zu einer Verpuffung und zu einem Zimmerbrand kommen. Verschließen Sie das Ethanol-Nachfüllgefäß immer sofort wieder und lassen Sie es nicht neben dem Bioethanol-Kamin stehen. Lesen Sie in der Produktbeschreibung nach, wie viel Zeit zwischen Erlöschen der Flammen und dem Auffüllen mindestens liegen muss. Außerdem sollte dort das Fassungsvermögen der Brennwanne verzeichnet sein. Überschreiten Sie nie die maximale Füllmenge des Bioethanol-Kamins.

Hochwertiger Bioethanol
Verwenden Sie möglichst reinen und somit schadstofffreien Ethanol. Nutzen Sie keine anderen Brennstoffe für Ihren Bioethanol-Kamin. Beziehen Sie Bioethanol nur von zuverlässigen Anbietern.
Ausgelaufen: Wenn beim Nachfüllen etwas daneben geht oder die Brennwanne leckt, nehmen Sie den ausgelaufenen Brennstoff am besten mit trockenen Tüchern auf. Diese sollten Sie danach sofort außerhalb der Wohnung entsorgen.

Löschen: 
Sollte etwas außerhalb des Bioethanol-Kamins in Brand geraten, versuchen Sie die Flammen sofort zu löschen. Ideal ist ein Schaum-Feuerlöscher, der für brennende Alkohole geeignet ist oder eine speziell behandelte Löschdecke. Ist der Brand nicht löschbar, dann verständigen Sie die Feuerwehr unter der Rufnummer 122.

Bioethanol lagern: 
Bewahren Sie den Brennstoff gut verschlossen in einem Raum auf, in dem es keine offenen Flammen gibt. Es sollten nicht mehr als fünf Liter im Haus gelagert werden. Bioethanol gehört nicht in die Hände von Kindern.


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Redaktion Bauwohnwelt