Digitaler Lifestyle im eigenen Haus

Laptop, PC, X-Box, Webcam, Handy & Co. – digitale Geräte sind aus unserem heutigen Leben kaum noch wegzudenken. Alles lässt sich mit Hilfe interner Netzwerke verbinden, jeder kann auf alles zugreifen. Doch welche Technik ist die passende für Ihr Heim?

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Online seit: 17.09.2014 | Themenbereich: Innenausbau
Digitaler Lifestyle im eigenen Haus

Schulaufgaben am Computer machen ist für viele Kinder mittlerweile Alltag, Farbdrucker, Scanner und Fax stehen im elterlichen Büro, Webcams überwachen Garten und Hauseingang, das Solardach funkt Leistungsdaten an den Laptop, Musik und Filme schwirren vom Mediacenter im Wohnraum zu PCs im ganzen Haus, Internetradio in der Küche – alles Digital.

Wir stellen Ihnen drei Lösungsmöglichkeiten vor, wie Sie Ihr Haus digitaltauglich bekommen – ohne hohe Kosten und mit wenig Aufwand.

Das Ethernet
Wohl dem, der schon beim Bau alle Zimmer mit Netzwerkverkabelung ausgerüstet hat. Die Installationskosten sind vergleichsweise gering und erfordern später keinen weiteren Aufwand. Solch ein Ethernet-Netzwerk bietet mit Abstand die höchste Übertragungsgeschwindigkeit (1.000 Megabit, also ein Gigabit). 

Sie ist preiswert, leicht zu verlegen und unempfindlich gegenüber Störungen durch Haarfön oder Geräte des Nachbarn. Auch bremst die Zahl der Benutzer nicht wirklich die Geschwindigkeit, weshalb Ethernet in Büros mit vielen Mitarbeitern eingesetzt wird. 

Die Leitungen und Netzwerkdosen werden unter oder auf Putz in Kabelkanälen montiert und sind für alle Haus-telefone verwendbar. Wenn sie hinter Fußbodenleisten passen, kann man sie auch nachträglich verlegen – andernfalls gäbe es unschöne Bohrungen durch Wände und Decken.


Die Powerline
Auch die bereits vorhandenen Leitungen im Haus, nämlich die Stromkabel, lassen sich nutzen. Über kleine Adapter, die in jede Wandsteckdose passen, werden Computer und andere digitale Helfer miteinander verbunden. Neben dem eigentlichen Strom fließen auch die Daten über dieses Medium. 

Klingt einfach, die Installation beschränkt sich im Wesentlichen aufs Einstecken der Adapter und deren Verbindung zum jeweiligen Gerät. Ein Adapterpaar kostet ab 50 Euro; wer es etwas schneller haben will (etwa zur Übertragung größerer Datenmengen wie Musik oder Filme) wird dafür 120 Euro los – und mehr. Die untere Preisspanne bietet meist 14 bis 85 Megabit Geschwindigkeit, die schnellste Variante bietet derzeit 200 Megabit.


Die Leistung der Powerline-Adapter hängt stark ab von der Qualität der hauseigenen Stromverkabelung: Andere Stromverbraucher im Haushalt können die Datensignale stark stören und die Geschwindigkeit halbieren. Steckt man solch einen Adapter in eine Mehrzweckdose mit anderen Geräten, reduziert das die Geschwindigkeit weiter drastisch, ebenso Überspannungsschutz-Stecker vor dem Adapter. 

Je länger auch die Stromwege zwischen zwei verbindenden Adaptern, desto schlechter die Leistung. Die schnellste Übertragung bekommt man mit Powerline auf kurzen Strecken. Das reicht dann für Internet-Nutzung und große Datenmengen wie Backup oder Musikübertragung.

Die Grenze des Datentransfers per Stromleitung ist der Stromzähler, an ihm vorbei gelangen keine Daten zum Nachbarn. Die eingebaute Datenverschlüsselung verhindert solches Ungemach sowieso – vorausgesetzt, man kauft Adapter mit gleicher Übertragungsgeschwindigkeit und vom selben Hersteller: Die verstehen einander prima, kommunizieren aber ungern mit Geräten anderer Anbieter – gleich Vorrat kaufen. Powerline-Adapter sind einfach zu installieren, funktionieren sicher und zuverlässig.


Das drahtlose Netzwerk
Etwas aufwendiger zu installieren – dafür aber komfortabler.
Das WLAN-Netz funktioniert überall im Haus, sogar Besucher finden mit Ihrem Notebook Anschluss ans Internet. Jeder aktuelle Laptop enthält bereits einen WLAN-Chip für drahtlose Datenübertragung, ebenso viele Multifunktionsdrucker, Handys und manches Mediacenter für den Fernseher.

Die Tücken dieses Nutzungs-Komforts sollte man vor der Anschaffung kennen: Ein heimisches WLAN einzurichten ist ohne gewisse technische Grundkenntnisse nicht so einfach möglich. Denn viele WLAN-Router (das Gerät, das an den DSL-Anschluss montiert wird) sind bei Lieferung nicht geschützt gegen Unbefugte. Welchen Verschlüsselungs-Standard installiert man? 

Der heutige WPA2 gilt als sehr sicher, aber wenn Sie noch ältere WLAN-Adapter haben, erkennen die eventuell nur ältere Varianten. Der kleinste gemeinsame Nenner bestimmt die Auswahl des Verschlüsselungssystems.


Auch in Sachen Übertragungsgeschwindigkeit tummeln sich neuere und ältere Standards verschiedener Reichweite und Datenraten von 11 Megabit (Mb) über 54 bis zu aktuell 300 und bald 600 Mb. Leider sinkt bei schnellen Routern die Geschwindigkeit mit zunehmender Entfernung.

Die beste Position für den Router ist die Wohnungsmitte, oben im Raum platziert auf einem Regal oder Schrank. In einem Holzhaus werden Sie vom Dach bis zum Keller prima Empfang haben, in einem Haus mit Stahlbetondecken vermutlich nur auf einer Etage, weil sie den Empfang behindern.


Schutz vor Fremdnutzung
Auch viele massive Zimmerwände zwischen Sender und Empfänger mindern die Übertragungsgeschwindigkeit. Elektrosmog? Ein WLAN-Router sendet erheblich weniger Strahlung aus als Ihr Handy – weshalb es in vielen Krankenhäusern WLANs gibt, obwohl Handy-Nutzung verboten ist.

WLAN-Router funken auf bestimmten Frequenzen, deren Zahl leider begrenzt ist. Meist stehen 13 freie Kanäle zur Verfügung, die der Router automatisch wählt. Wohnen Sie in einem Mehrfamilienhaus mit vielen WLAN-Nachbarn, sind diese Kanäle schnell belegt, die Nachbarn stören sich gegenseitig bei der Übertragung. Gerade bei vielen benachbarten WLAN-Stationen ist es wichtig, das eigene Funknetz gegen Fremdnutzung zu schützen. 

Schließlich sind Sie als WLAN-Funker für den eigenen Anschluss rechtlich verantwortlich – etwa wenn die Kinder des Nachbarn über Ihren Anschluss Raubkopien aus dem Internet laden. Falls Sie zu viele WLAN-Nachbarn haben, dürfte eher die Powerline die richtige Lösung sein.


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Redaktion Bauwohnwelt