Hinterlüftete Fassaden - Bauweise und Vorteile

Sie sind funktionell, energieeffizient und bieten beinahe grenzenlose gestalterische Freiheit. Mittlerweile werden sie nicht mehr nur bei Großbauten eingesetzt – auch für das Eigenheim stellen sie eine interessante Möglichkeit der Fassadengestaltung dar.


Online seit: 25.06.2015 | Themenbereich: Innenausbau
Hinterlüftete Fassaden - Bauweise und Vorteile

Einer der Hauptvorteile der hinterlüfteten Fassade liegt darin, dass Wärmedämmung und Witterungsschutz systembedingt voneinander getrennt sind: Für die innen liegende Dämmung kommen unterschiedliche Stärken in Frage. Aus diesem Grund lassen sich sämtliche Energiestandards – ob Niedrig-Effizienzhaus, Passivhaus oder Plusenergiehaus – realisieren; vor allem im Zusammenhang mit der aktuellen Energieeinsparverordnung ist dies ein wichtiger Aspekt.
 
Den Witterungsschutz wiederum übernehmen die außen angebrachten Paneele. Sie bestehen aus langlebigen Materialien, die in der Regel auch wartungsarm sind: Regelmäßiges Weißeln der Fassade gehört damit der Vergangenheit an.
 
Die Luftzirkulation zwischen Dämmung und Paneelen sorgt für einen zuverlässigen Abtransport von Bau- und Nutzungsfeuchtigkeit. Der Entstehung von Schimmel im Inneren des Gebäudes wird so effizient vorgebeugt – ein doppelter Vorteil sowohl in gesundheitlicher als auch finanzieller Sicht, da feuchte Wände zwangsläufig zu höheren Heizkosten führen.
 
 
Aufbau und Konstruktion
 
In drei Schichten wird die Konstruktion an der Außenseite des Mauerwerks angebracht: 
Als Fundament dient eine stabile Unterkonstruktion, die im Idealfall keine bzw. kaum Wärmebrücken aufweist. Sie umfasst zum einen die waagrechte „Grundlattung“ und zum anderen eine hocheffiziente Dämmschicht, die zwar Feuchtigkeit, aber keine Wärme nach außen entweichen lässt.
 
 
Die zweite Schicht besteht aus der (senkrechten) „Konterlattung“: Ihre Streben werden im rechten Winkel auf die Grundlattung gesetzt; zwischen ihnen bleibt genug Platz, um die Zirkulation eines Luftstroms zu gewährleisten, der die von innen abgeleitete Feuchtigkeit abtransportiert.
 
Nach außen schließt eine wetterfeste, ‚vorgehängte‘ Schale die Fassade ab. Sie setzt sich aus einzelnen Paneelen zusammen, bei denen unterschiedlichste Materialien zum Einsatz kommen: Neben Naturstein, Glas und diversen (Halb-)Metalllegierungen werden zunehmend auch High Tech-Materialien auf Kohlenstoffbasis verwendet – der Phantasie des Bauherrn sind kaum Grenzen gesetzt.
 
 
Funktionale Fassaden mit integrierten Photovoltaik-Paneelen
 
Der besondere Reiz einer VHF liegt darin, dass sich eine Photovoltaik-Anlage zur Energiegewinnung problemlos und unauffällig integrieren lässt. Moderne Paneele wirken keinesfalls störend, sondern tragen durchaus zur optischen Aufwertung des Gebäudes bei, sodass Umweltschutz und Design eine perfekte Synthese bilden.
 
 
VHF und Altbauten
 
Die Anbringung entsprechender Fassadensysteme ist übrigens nicht nur für Neubauten geeignet; auch für die Sanierung von Altbauten stellt sie eine attraktive Option dar: 
 
In der Energieeinsparverordnung stellt die Dämmung von Gebäuden einen zentralen Punkt dar. Weil die baulichen Änderungen lediglich an der Außenwand vorgenommen werden, ergeben sich während der Bauphase nur geringe Nutzungseinschränkungen. 
 
Die Werte des Energieausweises verbessern sich gleichzeitig enorm, sodass die Anbringung einer VHF durchaus eine zukunftsweisende Sanierungsmaßnahme darstellt.
 
 
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Bildquelle: shutterstock.com

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Redaktion Bauwohnwelt