Frisch im alten Zuhause

Ist man gerade erst im neuen Heim angekommen, waren die letzten Tage und Wochen anstrengend. Doch auch wenn man alle seine Kisten im neuen Zuhause abgestellt hat, dauert es meist noch einige Zeit, bis es wirklich wohnlich wird – bis man so richtig angekommen ist.


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Und auch wenn man sich eigentlich nur noch mit neuen Dingen beschäftigen will, darf man die zurückgelassene Wohnung nicht vergessen. Da sich die Mietzeiträume aufgrund von Kündigungsfristen öfter überschneiden, muss man nach dem übersiedeln noch einiges erledigen.

Im Generellen muss man die Wohnung sauber und besenrein (frei von beweglichen Dingen) zurückgeben. Andersfalls kann der Vermieter die Wohnung auf Kosten des alten Mieters reinigen lassen. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass man zu Beginn eine saubere Wohnung erhalten hat. Mitvermietete Gegenstände müssen selbstverständlich in der Wohnung belassen werden.

Ein häufiger Streitfall mit dem (Noch-)Vermieter ist das Ausmalen der Wohnung am Ende der Mietdauer. Bei vorformulierten Mietverträgen ist diese Klausel ungültig und wird so auch durch ein Urteil das Obersten Gerichtshofs gestützt. Nur wenn ein Mietvertrag von Mieter und Vermieter gemeinsam aufgesetzt wurden, ist so eine Regelung zulässig. In welcher Farbe die Mieter die Wohnung streichen ist jedoch wiederum ihre Entscheidung. Sind die Wände in hellen Pastelltönen gestrichen, müssen diese nicht im reinweisen Zustand zurückgegeben werden. Ist die Wand jedoch in ortsunüblicher Farbe gestrichen – beispielsweise schwarz – muss beim Auszug mir einer dezenten Wandfarbe übermalt werden. Auch Löcher durch Bilder an der Wand oder an Fliesen müssen vom Mieter nicht ausgebessert werden – es sei denn die Wände wurden übermäßig mit Löchern versehen.

Wurden Wasserflecken am Holzboden, Parkett oder Teppich verursacht, fehlen Teile des Holzbodens oder der Fliesen, müssen diese beim Auszug ersetzt werden. Ein Boden, der nur normaler Abnutzung unterliegt, muss nicht erneuert werden, z.B. wenn er durch die Lichteinstrahlung ausgeblichen ist.

Vom Mietvertrag unabhängig sind Schäden, die vom Mieter selbst verursacht wurden. Diese muss er selbst beseitigen lassen. Dies gilt jedoch wiederum nur für Schäden, die über eine gewöhnliche Abnutzung hinausgehen. Einfache Gebrauchspuren müssen nicht ersetzt werden, tiefe Dellen oder Furchen im Laminatboden beispielsweise schon.

Bevor man die Schlüssel an den Vermieter zurückgibt, sollte der Zustand der Wohnung genau und mit Fotos dokumentiert werden. Es lohnt sich ein Wohnungsübergabeprotokoll anzufertigen. Darin sollten auch etwaige Schäden und Mängel in der Wohnung festgehalten werden. So können etwaige Streitigkeiten mit Vermieter oder Nachmieter vermieden werden. Ebenso sollten alle Zählerstände notiert werden und falls eine Ummeldung in die neue Wohnung noch nicht erfolgt ist, muss die Anlage noch beim Energieversorger abgemeldet werden.

Nach dem Umzug bzw. der Rückgabe der alten Wohnung muss der Hauptwohnsitz umgemeldet werden. Hier gibt es eine Drei-Tages-Frist. Ebenso ist die Adressänderung an der Arbeitsstelle, dem Finanzamt, der Krankenkasse und Ärzten, Schulen der Kinder und vielen anderen Behörden, Vereinen oder Stellen zu melden. Hunde müssen ebenfalls an- und abgemeldet werden. Wichtig ist auch, neue Namenschilder am Briefkasten und der Türglocke anzubringen. Wenn man das alles erledigt und alle Behördengänge hinter sich hat, kann man sich ganz auf die neue Wohnung konzentrieren. Hat man erstmal Zeit, um sich so richtig einzuleben, war das neue Heim die Mühen und den vielen Stress wert.


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