Wer will fleißige Handwerker sehen...?

In keinem Haushalt gewünscht und trotzdem nicht immer zu vermeiden: Die Waschmaschine läuft aus, die Therme fällt aus, ein Wasserhahn hört nicht auf zu laufen oder man hat sich ausgesperrt.


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In solchen Fällen sollte man als Laie nicht lange selbst herumprobieren und den Schaden eventuell sogar noch vergrößern, sondern schnellstmöglich einen Handwerker rufen. Vor allem an Wochenenden und in den Abendstunden kann dies jedoch sehr teuer werden. Um unnötigen Ärger zu vermeiden, sollte man einige Dinge beachten.

Zu aller erst sollte man bei einem Problem – vor allem, wenn sie am Abend oder Wochenende eintreten – einen kühlen Kopf bewahren und kurz überlegen: Ist es wirklich ein Notfall oder kann die Reparatur bis zum nächsten Werktag warten? Ist das Problem wirklich akut, sollte man dennoch nicht den erstbesten Handwerker aus dem Internet bestellen. Hilfreich ist es immer ungefähr zu wissen, was so ein Handwerker in der Stunde eigentlich kostet. Dafür ist es sinnvoll, sich schon bevor ein Notfall überhaupt eintritt mit dem Thema auseinanderzusetzen. Man kann vorab Informationen über die Handwerker in der Gegend einholen, Empfehlungen von Nachbarn oder Freunden erfragen, Kundenbewertungen im Internet suchen und sich über Stundensätze erkundigen. Was das Preisniveau betrifft, gibt es enorme Unterschiede – ein Vergleich lohnt sich. Am besten den Handwerker seines Vertrauens ins Handy einspeichern. Das rechnet sich vor allem in dringenden Fällen, wenn man schon weiß, an wen man sich wenden kann. Gut ist es, einen Handwerker im eigenen Bezirk zu finden, so halten sich auch die Anfahrtskosten in Grenzen. Um am Ende nicht überrascht zu sein, sollte man außerdem Überstunden- und Feiertagszuschläge beachten.

Man sollte keine Pauschalinformationen einholen. Zu fragen, was der Auftrag „denn in etwa kosten könnte“, kann einem am Ende teuer kommen. Deshalb sollte man eine möglichst genaue Auftragsbeschreibung abgeben und nach konkreten Stundensätzen, Aufschlägen für die Anfahrt und etwaigen Materialkosten fragen. Wichtig ist, dass man die genaue Bezeichnung, das Modell oder die Typennummer des zu reparierenden Gegenstands angibt, um Missverständnisse auszuschließen.

War der Handwerker da und konnte die Reparatur nicht ordnungsgemäß durchführen, obwohl er alle Informationen erhalten und die Reparatur zugesichert hat, muss man dafür nicht bezahlen. Denn durch die Zusage schuldet er den Erfolg. Je besser man den Auftrag im Vorhinein dokumentiert, umso schwieriger kann sich der Handwerker dann rausreden. Auch ein Aufrunden der Arbeitszeit auf volle Stunden ist nicht zulässig. Es darf höchstens eine viertel Stunde hinzugerechnet werden. Ist der Auftrag abgeschlossen, sollte man die Rechnung nur unterschreiben und bezahlen, wenn die Arbeitsaufzeichnung auch mit der tatsächlichen Leistung übereinstimmt.

Auch wenn mehrere Handwerker kommen – zum Beispiel der Beauftrage und sein Lehrling – und nur einer die Arbeit verrichtet, müssen nicht beide bezahlt werden. Reparaturen an Haushaltsgeräten werden üblicherweise nur von einer Person durchgeführt. Nur bei größeren Arbeiten oder dem Austausch von großen Geräten ist ein zweiter Mann notwendig.

Manchmal beschleicht einem das Gefühl, dass für einen kaputten Schalter, gleich das halbe Gerät ausgetauscht werden muss. Ist man nicht sicher, ob „zu viel repariert wird“, sollte man gleich nachfragen, was genau an dem Gerät defekt ist und dem Handwerker bei seiner Arbeit ein bisschen über die Schulter schauen. Im Zweifelsfall kann man die getauschten Teile aufheben und überprüfen lassen. Zumeist wird ein Mehraufwand jedoch vorher mit dem Auftraggeber abgesprochen.


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