Vorbereitung ist der halbe Umzug

Jedes Jahr ziehen in Österreich rund zehn Prozent der Bevölkerung um. Neun von zehn Österreichern (92 Prozent) sind bereits mindestens einmal in ihrem Leben umgezogen. Davon behaupten jedoch nur vier Prozent, gern umgezogen zu sein. Damit nicht der Umzug selbst als Horrorerlebnis in Erinnerung bleibt, gibt es einiges, das beachtet werden sollte.


Online seit: | Themenbereich: Checklisten

Hat mein eine neue Bleibe gefunden, ist es wichtig den Mitvertrag der alten Wohnung fristgerecht zu Kündigen. Auch eventuell dazu gemietete Parkplätze oder Garagenplätze sollten zeitgerecht gekündigt werden. Je länger man damit wartet, desto länger muss man eventuell doppelt Miete bezahlen – Ausgaben, die man vielleicht lieber in die neuen vier Wände steckt. Wird ein Nachmieter gefunden, kann das Mietverhältnis möglicherweise frühzeitig beendet werden. Hinterlässt man dem Nachmieter Möbel zur Ablöse, sollte man die Übernahme schriftlich bestätigen lassen.

Hat man Kinder, ist die Anmeldung in einer neuen Kinderbetreuungsstätte oder Schule nicht außer Acht zu lassen.
Bevor man noch die ersten Kisten in die neue Bleibe bringt, ist es wichtig, Zählerstände von Gas, Strom, Wasser oder Heizung in der neuen sowie der alten Wohnung abzulesen. Eine Ummeldung der Gas-/Fernwärme- und Stromanbieter ist rechtzeitig in die Wege zu leiten. Ebenso müssen Radio und Fernsehen sowie Telefon und Internet ab- oder umgemeldet werden. Für die Post ist ein Nachsendeauftrag zu erteilen.

Um den Umzug möglichst schnell über die Bühne zu bringen, kann beim Arbeitgeber Sonderurlaub beantragt werden. Der Sonderurlaub ist in diesem Fall in Österreich jedoch nicht einheitlich geregelt. Um herauszufinden, wie viele Tage man zum Kisten schleppen vom Arbeitgeber frei bekommt, kann man beispielsweise die Arbeiterkammer um Rat fragen oder im jeweiligen Kollektivvertrag nachsehen.

Des Weiteren sind für beide Wohnungen Termine für die Wohnungsübergabe bzw. -übernahme zu vereinbaren und auch Renovierungsarbeiten sollten in beiden Wohnungen aufeinander abgestimmt werden. Hat man nicht genügend Helfer oder schwere und sperrige Möbel zu transportieren, lohnt es sich, ein Umzugsunternehmen zu beauftragen. Hier können preislich große Unterschiede sein.

Aber Achtung: Ein genauer Blick kann sich lohnen. Was ist im Umzug mitinbegriffen? Sind Montage und Versicherung des Umzugsgutes im Preis inkludiert?
Hat man die Möglichkeit, vor dem Einzug in die neue Wohnung dort zu renovieren, sollte man die Gelegenheit nutzen und Renovierungs-, Maler- oder grobe Reinigungsarbeiten erledigen, bevor es durch unzählige Kartons etwas sperrig wird. Vorab sollte der Zustand der Wohnung jedoch genau dokumentiert werden und ein Übernahmeprotokoll inklusive Fotos angelegt werden. Für etwaige Schadensfälle im neuen Heim muss auch die Haushaltsversicherung vorab über den Umzug informiert werden.

Anhand des Grundrisses und der Besichtigung der Wohnung kann die Einrichtung geplant werden. Hilfreich ist auf jeden Fall, wenn man die Maße genau und direkt vor Ort nehmen kann. So kann vermieden werden, dass die ersehnten neuen Möbel dann nicht an den vorgesehenen Ort passen. Haben Einrichtungsgegenstände eine lange Lieferzeit, sollte man diese möglichst früh bestellen. Um nicht ganz ohne Bett oder Herd dazustehen, können notdürftige Alternativen für die Übergangszeit angeschafft werden.

Sind alle Kisten gepackt und die letzten Sachen in den Taschen verstaut, geht es erst so richtig los. Um den Transporter oder das Auto in Ruhe be- und entladen zu können, muss gegebenenfalls eine kurzfristige Halteverbotszone organisiert werden. So kann man sein Hab und Gut einigermaßen schnell vom alten ins neue Zuhause bringen.

Wichtig ist noch zu beachten:

Wird der Umzug durch einen Dienstortwechsel erforderlich, oder war der bisherige Dienstweg als „unzumutbar“ definiert, können die Kosten des Umzugs als „Werbungskosten“ steuerlich abgesetzt werden. Dafür sollten alle Belege von Beginn an gut sortiert aufbewahrt werden. In der Erklärung können Fahrtkosten, Umzugsunternehmen, Handwerker für den Aufbau und Abbau von Möbeln, Maklerkosten sowie Mietkosten (nur für den Ausstieg eines laufenden Mietvertrages ohne Nachmieter) geltend gemacht werden.
Ein Umzug ist immer anstrengend, vielleicht nervenaufreibend oder traurig. Doch mit der richtigen Vorbereitung steht dem Glück im neuen Heim zumindest umzugstechnisch nichts mehr im Weg.


© bauwohnwelt.at
Redaktion Bauwohnwelt