Ungebetene Gäste im Haus - Was hilft gegen Mäuse

Wenn es draußen kälter wird, suchen Mäuse wieder verstärkt Unterschlupf in warmen Häusern und Garagen. Dass sie hereinkommen, lässt sich schwer verhindern: Sie passen nämlich schon durch kleine Spalten und können sich durch gekippte Fenster quetschen.

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Online seit: 05.11.2015 | Themenbereich: Tier & Co.
Ungebetene Gäste im Haus - Was hilft gegen Mäuse

Sollten Sie feststellen, dass Sie ein Mäuseproblem haben, verlieren Sie keine Zeit. Denn: Mäuse sind gefährliche Hygiene- und Gesundheitsschädlinge, die Krankheiten übertragen und Schäden an Vorräten und Materialien anrichten. Schützen Sie Ihre Familie und Haustiere und lassen Sie Mäuse im Haus oder in der Wohnung unverzüglich bekämpfen.

Der erste Schritt besteht darin, alle Fenster und Türen abzudichten und Kellerfenster ab Herbst geschlossen zu lassen. Darauf macht der Tierschutzbund aufmerksam. Hat die Maus doch ins Haus gefunden, kann sie gut mit Lebendfallen gefangen werden. Diese gibt es im Baumarkt. Experten empfehlen Köder aus Nusskernen, Schokolade oder Haferflocken vermischt mit Erdnussbutter. Die Fallen stehen am besten an der Wand, denn Mäuse mögen es nicht, einen Raum zu durchqueren. Ist die Maus gefangen, setzt man sie mehrere hundert Meter vom Haus entfernt etwa an einem Waldrand aus.

Anzeichen für Mäuse im Haus

Spätestens wenn man Kratz- und Scharrgeräusche auf dem Dachboden oder in der Zwischendecke hört, zerfetzte Materialien oder vermeintlichen Mäusekot findet, ist erhöhte Wachsamkeit gefragt. Mäuse sind Meister des Versteckspiels und halten sich tagsüber in der Nähe von Menschen zumeist verborgen. Aus diesem Grund werden Mäuse in der Wohnung oft auch erst spät entdeckt.

Kein Mäusebefall ist wie der andere. Es gibt jedoch zweifelsfreie Anzeichen, die auf Mäuse im Haus hindeuten. Um diese festzustellen, ist es zunächst wichtig, eine gründliche Inspektion im Umfeld von Haus, Wohnung oder Garten durchzuführen, da man selbst bei schwerem Mäusebefall nur recht selten lebende Mäuse sieht, es sei denn die Mäuse fühlen sich im Bereich der Nistplätze gestört, es herrscht Nahrungsknappheit oder aber ein sehr hoher Befallsdruck.

Mäusekot

... ist eines der typischsten Symptome für Mäusebefall. Zu Anfang meist nur vereinzelt, später vermehrt, findet man Mäusekot an den Aufenthalts- und Laufwegen von Mäusen im Gebäudeinneren und in Außenbereichen. Bei Mäusekot handelt es sich um spindel- bzw. kreissegmentartigen Kot von etwa 3-8 mm Größe. Hausmäuse produzieren etwa 60-80 dieser Kotpillen am Tag. Findet man Kot in unterschiedlichen Größen, so kann das ein Indiz dafür sein, dass sich Mäuse in diesem Bereich vermehren.

   Mäuse sind Hygiene-und Materialschädlinge

Nagespuren

Eines der wichtigsten Befallsmerkmale bei Mäusen sind Nagespuren, da sie aufgrund ihres angeborenen Nagetriebs alle erdenklichen Materialien benagen. Dabei entstehen typische Biss-Muster bzw. Fraßspuren, meist in Form von zwei parallelen, vertieften Rillen, die einen Abstand von ca. 1-2 mm aufweisen.

Mäuse im Haus nagen bevorzugt an Elektrokabeln und sind so für eine Reihe massiver Elektroschäden und Hausbrände verantwortlich. Mäuse im Garten machen sich nicht selten an dort gelagerten Wertstoffsäcken zu schaffen, wohingegen Mäuse in der Wohnung Fraßschäden an Einrichtungsgegenständen, Textilien, Kabeln, Zeitungspapier, Akten und Papier hinterlassen. Neben Mäusekot gehören Nagespuren zu den wichtigsten Anzeichen für Mäusebefall.

 

Schmierspuren

Mäuse im Haus benutzen häufig die gleichen Laufwege. Dabei kommt das Fell der Mäuse immer wieder mit den belaufenen Boden- und Wandflächen in Berührung. Die Folge: Körperfett und Schmutzpartikel bilden die sogenannten Schmierspuren, die charakteristisch sind für Mäusebefall. Hat man Mäuse in der Wohnung und verfolgt diese Schmierspuren, so führen diese nicht selten geradewegs zu Schlupfwinkeln, Mäusenestern und Futterquellen. Schmierspuren sind damit – neben Mäusekot und Nagespuren – ein wichtiges Indiz für einen Akutbefall und Mäuse im Haus.

Mäusenester

Mäuse im Haus legen eine nahezu unbegrenzte Zahl von Nestern an. Dabei genügt Mäusen bereits ein Winkel, der ungestört ist. Befindet sich die Futterquelle in der Nähe ihres Nests, ist der Bewegungsradius von Mäusen stark eingeschränkt.

Da Mäuse sehr gut klettern können, sind die Nester praktisch überall denkbar.

Haben sich Mäuse im Haus erst angesiedelt, verbreiten sie sich über Leitungsrohre, Kabelkanäle und Wanddurchbrüche und bauen ihre Nester gerne in Zwischendecken, Hohlwänden, auf dem Dachboden und an anderen Orten. Als Nistmaterial dienen Mäusen alle heuartigen oder papierähnlichen Materialien, die zusätzlich mit Textilfasern, Füll- und Dämmstoffen oder Körperhaaren ausgekleidet werden. Mäuse gebären 4-8 Junge pro Wurf bei ca. 4-6 Würfen jährlich. Die Vermehrungsrate bei Mäusen inkl. Kindern und Kindeskindern liegt damit bei guten Umgebungsbedingungen bei etwa 2.000 Nachkommen pro Jahr. Mäusenester sind häufig auch gekennzeichnet durch eine hohe Anzahl von Mäusekot.

Laufspuren

In stark staubigen Bereichen innerhalb von Gebäuden können sich Mäuse auch durch ihre Laufspuren verraten. So hinterlassen Mäuse im Keller oder auf dem Dachboden ihre typischen Fußabdrücke. Größe und Gestalt von Fußabdrücken ermöglichen die Bestimmung der Schadnagerart. Mäuse tendieren im Gegensatz zu Wanderratten zum Beispiel nicht dazu, auf den Fußballen zu laufen. Zudem sind Fußabdrücke von Mäusen wesentlich kleiner. Will man überprüfen, ob man Mäuse im Haus hat, so kann man Mehl ausstreuen und am nächsten Tag entsprechend auf Fußabdrücke kontrollieren. Mäuse im Garten sind zumeist Wühlmäuse, die in Erdbauten leben und durch ihre Gänge und Wurzelfraß die Vegetation im Garten zerstören.

Tierschützer und Experten raten zur Verwendung von Lebendfallen

Starker Geruch

Mäusebefall erzeugt einen sehr unangenehmen, charakteristischen Gestank, der in geschlossenen Bereichen innerhalb von Haus oder Wohnung ganz besonders ausgeprägt ist und vor allem durch Mäuse-Urin hervorgerufen wird. Der Geruch dient Mäusen innerhalb der eigenen Gattung zur Orientierung, da der Geruch Laufwege markiert, Reviere abgrenzt und der sogenannte Gruppenduft die eigene Familie charakterisiert. Wird der typische Mäusegeruch wahrgenommen, deutet dies in der Regel bereits auf einen stärkeren Befall hin.

 

Wie sich Mäuse erfolgreich vertreiben lassen

Wenn man sicher ist, dass man Mäuse in den eigenen 4 Wänden hat, sollte man zunächst Ruhe bewahren und nicht in Hektik verfallen. Mäuse finden den Weg in die Wohnhäuser der Menschen zumeist über Kabelkanäle, Kellergänge oder auch Versorgungsleitungen. Insbesondere Gebäudeschäden begünstigen die Zuwanderung von Mäusen. Der starke Geruchssinn lässt Mäuse selbst versteckte Vorräte problemlos finden. Die gedankenlose Lagerung von Lebensmitteln und Vorräten begünstigt somit ebenso einen Mäusebefall wie ein zu sorgloser Umgang mit Müll.

Wenn Sie die nachfolgenden Tipps gegen Mäuse beachten, sollte es zumindest zukünftig gelingen, Mäuse zu vertreiben und zu verhindern, dass erneut ein Befall entsteht:

  • Türen mit sogenannten Bürstenstreifen oder auch Tür-Gummilippen ausgestatten
  • nach außen führende Mauerdurchlässe auf Dichtigkeit überprüfen
  • defekte Fenster sollten nach Möglichkeit ausgetauscht werden
  • Fugen in Bereichen von Wand- oder Deckendurchbrüchen, insbesondere für Versorgungsleitungen mit geeigneten Materialien verschliessen und abdichten - Rohrmanschetten können hier helfen
  • Essensreste und tierische Abfälle nicht auf den Hauskompost oder in die Biotonne zu geben
  • Komposthaufen durch ein engmaschiges Drahtgitter gegen Mäuse sichern
  • Mülleimer im Hof oder Keller sollten grundsätzlich verriegelt sein und regelmäßig ausgewaschen werden
  • starke Geruchsquellen sollten nach Möglichkeit luftdicht verschlossen werden
  • Vorratskammern, Aufbewahrungsschränke, Schubladen etc. sollten regelmäßig ausgeräumt und gründlich gereinigt werden - Löcher und Ritzen sollten ebenfalls abgedichtet werden
  • Lebensmittelvorräte und dabei vor allem Getreide, Mehl, Nüsse, Nudeln, Trockenfrüchte und Gewürze in dicht schließenden Behältern aufbewahren
  • Futter von Haustieren wie Katzen und Hunden, aber vor allem Vögelnund Hamstern möglichst verschlossen aufbewahren
  • Tierställe und -käfige sollten ebenfalls sauber gehalten werden - Mangelnde Reinlichkeit führt auch hier fast zwangsläufig zu Ratten- und Mäusebefall

 

Hausmittel gegen Mäuse

Das älteste Hausmittel gegen Mäuse sind Katzen. Katzen sind seit jeher spezialisiert auf die Jagd von Mäusen. Insofern ein probates und sehr erfolgsversprechendes Mittel gegen Mäuse.

   Katzen sind von Natur aus die besseren Jäger

Gegen Mäuse soll angeblich helfen, mit Terpentin getränkte Baumwolllappen in entdeckte Mauselöcher zu stopfen. Auch scharfer Cayennepfeffer, der im Bereich der Laufwege gestreut wird, soll ebenfalls helfen, Mäuse vertreiben zu können.
Als Pflanzen gegen Mäuse werden Kamille, Minze und Pfefferminz (auch als Öl) gehandelt. Diese Mittel sollen angeblich Mäuse vertreiben helfen. Dasselbe wird Chilischoten, Gewürznelken und Oleanderblättern nachgesagt.

Auch soll Katzenstreu gegen Mäuse helfen. Die Theorie: Der hervorragende Geruchsinn der Mäuse wird die Ausscheidungen des Hauptfeindes Katze wahrnehmen und zu einem Fluchtreflex führen und im Ergebnis die Mäuse vertreiben. Zur Umsetzung wird das Katzenstreu in einen (nicht luftdichten) Beutel gegeben, der schließlich in der Nähe der Laufwege und vermuteten Nester der Mäuse platziert wird.
Beim Einsatz von Schlag- oder Lebendfallen gegen Mäuse soll der Einsatz von Rosenholzöl und Erdnussbutter zu sehr guten Fangergebnissen führen.

 

Krankheiten durch Mäuse

Mäuse und hier vor allem Hausmäuse sind ernstzunehmende Gesundheitsschädlinge, da sie von einer Vielzahl von Krankheitserregern befallen sind, die auch auf den Menschen übertragbar sind. Die Art der Übertragung vollzieht sich dabei meist auf zwei Arten: Mäuse produzieren praktisch unablässig Mäusekot und verursachen so Krankheiten, da auf diese Weise Gegenstände des täglichen Bedarfs, Nahrungsmittel und Oberflächen kontaminiert werden.

Der Mäusekot enthält Bakterien und Viren, die durch Kontakt mit Haut, Schleimhäuten oder Atemwegen auf den Menschen übertragen werden und dort meist schwere Krankheiten auslösen. Daneben sind Mäuse auch sogenannte Vektoren, indem sie Krankheitserreger übertragen, an denen sie aber nicht zwangsläufig selber erkrankt sein müssen.

Folgende Krankheiten können bei einer Mäuse-Plage übertragen werden:

   Tierschützer und Experten raten zu Lebendfallen
  • Typhus und Partatyphus
  • Salmonellen
  • Weil`sche Gelbsucht (Leptospirose)
  • Nagerpest (Tularämie)
  • Kopfgrind (Dermatomycose)
  • Hanta-Virus
  • Einschleppung von Parasiten

 

Materialschäden durch Mäuse

Mäuse sind charakterisiert durch ihren ausgeprägten Nagetrieb und ihre Neugier. Mit ihren unablässig wachsenden Nagezähnen werden daher praktisch alle auffindbaren Materialien benagt. Eine Mäuseplage bedeutet daher nicht selten eine unmittelbare Gefahr für Kabel und elektrische Geräte und Anlagen, da es Mäuse vor allem auf Kunststoffummantelungen (PVC) abgesehen haben.

  • Schäden an elektrischen Kabeln und Anlagen (Kurzschlüsse, Brände, Maschinenausfälle)
  • Ausfall von Datenverarbeitungsanlagen, Verteilerkästen, Servern etc.
  • Fraßschäden an Einrichtungsgegenständen, Anfraß von Akten etc.

 

Sollten Sie eine Mäuseplage im häuslichen Umfeld feststellen, zögern Sie bitte nicht und wenden Sie sich sofort an einen Schädlingsbekämpfer in Ihrer Nähe. Mäuse übertragen gefährliche Krankheiten und bedrohen die Gesundheit der Familie und Haustiere. Grund genug, bei einer Mäuseplage sofort zu handeln.

Auch wenn Sie vermeintlichen Mäusekot identifiziert haben, sollten Sie nicht zögern. Vor allem im Gebäudeinneren kann getrockneter Mäusekot die Raumluft kontaminieren und durch den Menschen eingeatmet werden! Hier müssen zur Gefahrenabwehr sofortige Maßnahmen zur professionellen Desinfektion ergriffen werden. Kontaktieren Sie sofort einen Arzt in Ihrer Nähe.

 

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Redaktion Bauwohnwelt