Geldgeber: Fremdes Kapital für Immobilienkauf

Um eine eigene Immobilie zu erstehen, ist Eigenkapital gefragt. Doch wer hat schon den kompletten Kaufbetrag zur Verfügung? Hier bleibt nur die Möglichkeit einer Finanzierung durch fremdes Kapital in Form eines Geldgebers. Was Sie dabei beachten sollten, erfahren Sie hier:

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Online seit: 15.09.2014 | Themenbereich: Kredite & Finanzierungen
Geldgeber: Fremdes Kapital für Immobilienkauf

Welche Möglichkeiten es gibt, wer welche Vor- und Nachteile bietet und was es zu beachten gibt – hier eine Übersicht

Nur die wenigsten Menschen können ihre Immobilie komplett aus eigenen Mitteln bezahlen. Da hilft nur ein ­potenter Geldgeber. Fremdkapital wird in Form von Darlehen durch Banken, Bausparkassen, Versicherungsgesellschaften und durch staatliche Förderungen zur Verfügung gestellt.




BANKEN & SPARKASSEN
Der erste Weg ist natürlich der Gang zu Ihrer Hausbank. In den meisten Fällen ist die Bearbeitung Ihres Antrags dort einfacher, als bei einer unbekannten Bank, die Sie erst von Ihrer Kreditwürdigkeit überzeugen müssen. Bei der Hausbank kennt man Sie und Ihre monatlichen Geldein- und -ausgänge. 

Doch egal ob Sie über Ihre Hausbank oder ein anderes Kreditinstitut finanzieren, um eine Selbstauskunft kommen Sie nicht herum. Diese beinhaltet Angaben zu Ihrem Vermögen, Ihren Ein- und Ausgaben und sonstigen Verpflichtungen – Hausaufgaben, die Sie schon zu Beginn der Finanzierungsplanung erledigt haben sollten.



BAUSPARKASSEN
Bei den Bausparkassen handelt es sich um besondere Kreditinstitute, die sich im Wesentlichen mit der Thematik Wohnungsbaufinanzierung beschäftigen.  Derzeit kämpfen fünf große Bausparkassen um die Gunst des Kunden. 

Wüstenrot
Raiffeisen Wohnbausparen
S-Bausparkasse
ABV Bausparen
start:bausparkasse

Etliche Tarife und Tarifvarianten stehen hier zur Auswahl.

Wichtig ist hier, sich umfassend zu informieren. Das Ziel entscheidet: Wer schnell bauen will, braucht einen anderen Tarif als jemand, der dieses Ziel erst in 15 Jahren vor Augen hat. Lukrativ ist Bausparen dann, wenn Sparer die Voraussetzungen für staatliche Zuschüsse erfüllen. 

Auch ein Vorteil beim Bausparvertrag: Im Notfall können finanzielle Engpässe überbrückt werden. Dazu muss der Vertrag nicht gekündigt werden. Wenn Sie regelmäßig angespart haben, können Sie mit Ihrer Bausparkasse über einen Zwischenkredit sprechen.



VERSICHERUNGEN
Hierzu nimmt der Kunde ein tilgungsfreies Darlehen auf und schließt dazu eine Kapitallebensversicherung ab. Die Laufzeit der Lebensversicherung richtet sich nach der Laufzeit der Finanzierung. Der Kunde bezahlt während der Laufzeit die Kreditzinsen und tilgt am Ende der Vertragslaufzeit mit der Ablaufleistung der Lebensversicherung. Die Zinssätze liegen häufig unter den Baugeldangeboten von Banken. 

Doch bei dieser Variante heißt es aufgepasst! Das Baugeld von der Versicherung ist insgesamt gesehen vielleicht am Ende deutlich teurer, und eine gewisse Gefahr besteht bei diesem Vorgehen. 

Die eigentlichen Schulden werden erst ganz am Ende der Laufzeit mit der Auszahlung von Versicherungssumme und Überschussbeteiligung auf einen Schlag getilgt. Kalkulieren Sie hier nicht zu knapp! Wenn Sie gleich von Anfang an mit den Überschussbeteiligungen der Lebensversicherung kalkulieren, liegen Sie vielleicht daneben. 

Die Rechnung geht nämlich nur dann auf, wenn die Versicherungsgesellschaft die prognostizierten Überschüsse auch erwirtschaftet und in der angedachten Höhe auszahlt. Das Darlehen fürs Haus mit einer Kapitallebensversicherung zu verknüpfen halten Verbraucherschützer für wenig sinnvoll. 

Die Rendite aus der Lebensversicherung liegt meist unter dem Zinssatz für den Kredit. Dadurch steigt der Gesamteffektivzins für die Baufinanzierung per Lebensversicherung häufig über den Kreditzins. 

Als Argument für Kombi-Modelle führten Vermittler oft die Steuer an: Eigentümer von vermieteten Immobilien können Schuldzinsen von der Steuer absetzen, Auszahlungen aus Lebensversicherungen waren steuerfrei. Damit kostete das Darlehen nach Steuern bisweilen weniger, als die Lebensversicherung brachte. 

Diese Zeiten sind nun vorbei

Die Anbieter verdecken so eher die wahren Kosten ihrer Finanzierung, schlimmstenfalls fehlt am Ende der Laufzeit Geld, um den Kredit zu tilgen.



STAATLICHE FÖRDERUNGEN
In Österreich gibt es derzeit mehr als 5.300 Förderungen von Bund, Ländern, Gemeinden und Energieversorgern für den Neubau und für viele Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen am Gebäudestand. 

Unter http://www.foerderdata.at/foerdermittel.html können Sie staatliche Förderleistungen betreffend für Ihr Bundesland abfragen.

 
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Redaktion Bauwohnwelt