Was beim Immobilienkauf zu beachten ist

Das eigene Haus oder eine Eigentumswohnung - wer träumt nicht davon? Der Wunsch, eigenen Wohnraum zu besitzen, ist ungebrochen. Da die Hypothekenzinsen sich immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau befinden, entwickeln manche Verbraucher eine gewisse Unbesonnenheit. Worauf sollten Interessenten achten, bevor sie eine Immobilie kaufen?


Online seit: 03.11.2015 | Themenbereich: Immobilien
Was beim Immobilienkauf zu beachten ist

Jetzt könnten sie sich ein Haus leisten, wer weiß schon, wie lange die Niedrigzinsphase noch anhält? Die ersten leichten Zinserhöhungen waren ja bereits zu spüren, aber immer noch weniger als 2% Zinsen und eine Festschreibung von bis zu 10 Jahren sind wirklich sehr verlockend. 

Sparen, rechnen und realistisch bleiben

Um eine Immobilie zu finanzieren ist es nach wie vor wichtig, über ausreichend Eigenkapital zu verfügen. Frühzeitiges Sparen, ein Zuschuss von der Familie oder vielleicht eine kleine Erbschaft können ein gutes Polster darstellen. Auch wenn die Zinsen günstig sind, je weniger Kapital aufgenommen werden muss, desto leichter lassen sich Rücklagen bilden. Diese sind, so sagen die Experten, besonders wichtig. Bei einem neu gebauten Haus treten spätestens nach 20 Jahren die ersten umfassenden Erneuerungsarbeiten am Dach oder der Heizung auf. Gut, wer als Hausbesitzer genügend Geld ansparen konnte, um die Kosten für die Erneuerungen zu zahlen. Bis dahin ist das Haus noch längst nicht abbezahlt und in der Zwischenzeit müssen rundherum alle anfallenden Schönheitsreparaturen selbst getragen werden.

Die Höhe der Darlehenssumme realistisch einschätzen

Besonders, wenn die Hypothekenzinsen sehr niedrig sind, verführt das so manchen künftigen Haus- oder Wohnungsbesitzer zu großzügigem Denken. Besonders fatal ist es, sich von Wünschen leiten zu lassen und dabei die Einstellung zu haben, dass es schon irgendwie klappen wird. Eine eigene Immobilie muss ebenso zum Besitzer passen, wie ein paar gute Schuhe. Beide haben Platz genug, eine ordentliche Verarbeitung und einen realistischen Preis. Gerät der Verbraucher mit seinen überdrehten Wünschen an den falschen Ansprechpartner, ist das finanzielle Chaos in wenigen Jahren perfekt. Sollten die Hypothekenzinsen nach der Festschreibung deutlich höher liegen - das ist höchstwahrscheinlich so - steigt die monatliche Belastung rasant an und es bleibt kein Geld für Rücklagen übrig. So kann das vermieden werden:

 

  • 15 % Eigenkapital sollten vorhanden sein
  • Maklercourtage, Grunderwerbssteuer und Notarkosten nicht finanzieren
  • Darlehenslaufzeit mindestens 20 Jahre
  • monatliche Belastung inklusive Rücklage sollte bis 40 % des Nettoeinkommens betragen
  • steigende Preise für Unterhaltskosten des Hauses einkalkulieren
  • Tilgung von 2 % einrechne
  • Sondertilgungen vereinbaren

 

In die Zukunft denken - vor allem beim Eigenheimkauf

Beim Hauskauf kommt es nicht darauf an, dass die Immobilie schön aussieht, günstig ist oder andere oberflächliche Vorteile hat. Auch hier belügen sich manche Interessenten selbst und reden sich Größe oder Lage schön. Ein Hauskauf sollte auf lange Sicht erfolgen, deshalb muss es einfach genau passen. Mit einer nützlichen Immobilienkauf-Checkliste, wie dieser, planen Sie optimal den Haus- oder Wohnungskauf - von der Immobiliensuche bis zum Grundbucheintrag.

Wer ein altes Gebäude günstig kauft und es dann nach seinen Wünschen umbaut, weiß, worauf er sich einlässt. Wer einen großen Garten möchte oder seine Ruhe haben will, wird auf Dauer sicher nicht in einem billigen Haus mit Eckgrundstück glücklich. Familien mit Kindern können auf dem Land glücklicher sein, als in der Stadt. Aber nur, wenn sie von dort ohne langen Zeitaufwand zum Einkaufen, in den Kindergarten oder in die Schule gelangen. Auch solche Gedanken sollten sich künftige Hausbesitzer machen, damit das Glück in den eigenen vier Wänden lange erhalten bleibt.

 

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Redaktion Bauwohnwelt