Unsere Gartentipps im Jänner - Teil 1

Gerade in milden Wintern, wie wir sie immer häufiger erleben, erwacht der Garten oft schon Ende Januar wieder zum Leben. Mit unseren monatlichen Gartentipps starten die Pflanzen im Ziergarten perfekt in die neue Saison.

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Online seit: 12.01.2015 | Themenbereich: Gartenbau
Unsere Gartentipps im Jänner - Teil 1

Rankgitter erneuern
Wenn die Kletterpflanzen keine Blätter tragen, ist der optimale Zeitpunkt, um Rankgitter und Rosenbögen zu erneuern oder neu zu streichen. Schneiden Sie die Kletterpflanzen so weit zurück, dass vier bis fünf lange, kräftige Haupttriebe übrig bleiben. Nachdem Sie diese von der Rankhilfe gelöst haben, können Sie mit den Renovierungsarbeiten beginnen. Anschließend werden die Triebe wieder durch das Gitter geleitet.

Duftige Winterblüher brauchen zur Bestäubung Insekten, davon sind im Winter allerdings nur wenige unterwegs. Bei vielen Sträuchern wie Schneeball, Mahonie und Winterblüte dient neben der Blütenfarbe Duft als zusätzliches Lockmittel. Es lohnt sich, ein wenig näherzutreten und zu schnuppern. 

An milden Tagen weht einem das Aroma oft schon aus der Entfernung entgegen. Bei der Zaubernuss duften nicht alle Sorten, ein besonders kräftiges Parfum haben zum Beispiel „Pallida“ und „Feuerzauber“. Nach den eigentlichen Winterblühern folgt Ende Februar ein weiterer Duft-Höhepunkt, wenn Seidelbast (Daphne) und Schneeforsythie (Abeliophyllum) ihre Knospen öffnen.

Wurzelballen festtreten
Frisch gepflanzte Stauden und Gehölze werden bei Frost oft etwas aus der Erde herausgehoben. Treten Sie die Wurzelballen wieder vorsichtig mit den Füßen an, sobald der Boden aufgetaut und nicht mehr zu nass ist.

Immergrüne entlasten
Unter zu hoher Schneelast können Immergrüne wie Eiben und Thujen auseinanderfallen. In schneereichen Gegenden empfiehlt es sich daher, die Pflanzen zu Beginn des Winters in Bastmatten einzuwickeln. Schlagen Sie neben der Pflanze einen Pfahl ein und binden Sie die Matte daran fest, damit sie unter der Schneelast nicht umfällt.

Gartengeräte
Im Winter können Sie Hacken, Rechen und Spaten auf die nächste Gartensaison vorbereiten.
Ist der Spaten noch stabil? Sitzt die Harke fest auf dem Stil? Ist die Gartenschere stumpf? Nutzen Sie die arbeitsarme Zeit, um Ihre Werkzeuge zu prüfen. 

Blütensträucher durch Steckholz vermehren
Sommergrüne Blütensträucher wie Forsythie, Duftjasmin, Zierjohannisbeere, Holunder oder Spierstrauch können Sie jetzt durch unbeblätterte, verholzte Stecklinge – sogenanntes Steckholz – vermehren. Schneiden Sie möglichst aus der Strauchmitte ein paar kräftige, einjährige Triebe ab und zerteilen Sie diese mit der Gartenschere in etwa bleistiftlange Stücke. 

Wichtig: Jedes Triebstück sollte oben und unten mit einer Knospe beziehungsweise einem Knospenpaar abschließen. 

Stecken Sie die Triebstücke anschließend an einem schattigen, geschützten Platz mit Dreiviertel ihrer Länge in lockere, humusreiche Gartenerde. Im Lauf des Frühlings treiben die Knospen aus und es entstehen neue Sträucher, die Sie dann im nächsten Herbst oder Frühjahr ausgraben und an ihrem endgültigen Platz im Garten wieder einpflanzen können.

Winterschutz für Alpenveilchen
Alpenveilchen vertragen während der Blüte keine klirrende Kälte mehr.
Bei milden Temperaturen steht das Vorfrühlings-Alpenveilchen spätestens Ende Januar in voller Blüte. Eine Periode mit Temperaturen um -10 Grad verträgt es nach dem Austrieb nicht mehr – insbesondere dann nicht, wenn die schützende Schneedecke ausbleibt. Wenn eine Kälteperiode droht, sollten Sie blühende Alpenveilchen mit einem Kunststoffvlies abdecken, um das Schlimmste zu verhindern.

Bäume mit Frostballen umpflanzen
Beim Umpflanzen größerer Bäume mit Erdballen können Sie sich den gefrorenen Boden zu Nutze machen. Wenn stärkerer Frost angekündigt wird, stechen Sie einen ausreichend großen Erdballen und heben auch gleich das neue Pflanzloch aus. Lassen Sie den Wurzelballen im alten Pflanzloch stehen, bis er gut durchgefroren ist und transportieren Sie den Baum dann an seinen neuen Platz. 

Auf ein Ballentuch können Sie verzichten, denn die gefrorene Erde hält den Wurzelballen zusammen und sorgt dafür, dass ein hoher Feinwurzel-Anteil erhalten bleibt. Diese Methode eignet sich allerdings nur für Obstbäume und andere sommergrüne, frostharte Gehölze.

Empfindliche Sträucher vor Frost schützen
Der Herbst ist eine optimale Pflanzzeit, das gilt besonders für laubabwerfende Gehölze und robuste Immergrüne. Auf heikle, ursprünglich aus wärmeren Regionen stammende Kandidaten trifft dies leider nicht zu. Dummerweise wird z.B. der Mittelmeer-Schneeball (Viburnum tinus) in der späten Jahreszeit gerne als blühende Ware angeboten. Gleiches gilt für die empfindliche Orangenblume (Choisya). Beim Himmelsbambus (Nandina) locken dagegen Herbstfärbung und Fruchtschmuck. Falls Sie zugegriffen und solche Immergrünen frisch gesetzt haben, schützen Sie diese spätestens jetzt vor Kahlfrösten. Beim Wurzelfuß hilft eine dicke Abdeckung aus Tannenreisig. Damit Laub und Zweige keinen Schaden nehmen, lässt sich der ganze Strauch mit luftdurchlässigem Vlies, einer Bast- oder Schilfmatte umwickeln. So können vor allem die kalten Winde die Pflanzen nicht austrocknen.

Achtung ! Pampasgras ist nicht zuverlässig winterhart: Die Winternässe lässt das Herz des Grases leicht verfaulen.

Erfahren Sie weitere Garten-und Pflegetipps für den Monat Jänner in unserer zweiten Ausgabe am 14.01.2015


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Redaktion Bauwohnwelt