Die Klassifizierung von Gehölzen

Welche Größe ein Gehölz hat, das Sie für Ihren Garten erwerben, hängt in allererster Linie von Ihrem Geldbeutel ab. Ein großer Baum, der schon mehrere Jahre in der Baumschule stand und bereits einen beachtlichen Stammumfang erreicht hat, ist relativ teuer und wird als Halbstamm, Hochstamm oder Solitär verkauft. Bei der Klassifizierung ist des Weiteren noch die Angabe, wie oft er in der Baumschule verpflanzt wurde, wichtig.

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Online seit: 06.09.2012 | Themenbereich: Terrasse & Balkon
Die Klassifizierung von Gehölzen

FLL gibt die Vorgaben

Damit die Qualität der Gehölze gesichert ist, sind solche Bestimmungen in einem Regelwerk der FLL (Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V.) zusammengefasst, den FLL-Gütebestimmungen für Baumschulpflanzen.

Als Solitär dürfen laut FLL nur solche Gehölze bezeichnet werden, die sich in der Baumschule entsprechend ihres Wuchses frei entfalten konnten. Dazu müssen die Gehölze mehrere Male, spätestens nach drei Jahren, aus extra weitem Stand verpflanzt worden sein. In großen Baumschulen werden Bäume und Sträucher angeboten, die sogar bis zu sieben Mal 
verpflanzt wurden. Entsprechend teuer sind solche Exemplare. Durch das regelmäßige Verpflanzen ist garantiert, dass die Gehölze auch bis zum Verkauf verpflanzungsfähig bleiben. Sie werden dann mit Ballen oder Drahtballierung angeboten. Nehmen wir wieder die artenreiche Gattung Acer als Beispiel. Beim Roten Fächer-Ahorn würde man – je nach Angebot der Baumschule – beispielsweise folgende Form finden: Solitär, 5 x verpflanzt, aus extra weitem Stand, mit Drahtballierung oder im Container, Höhe 150–175 cm. Bei Sträuchern könnte es heißen: Strauch, 3 x verpflanzt, im Container, 40–60 cm. 
Als Nieder-, Halb- und Hochstamm werden Bäume bezeichnet, deren Kronenansatz in unterschiedlichen Höhen beginnt. Beim Niederstamm liegt er zwischen 80 und 100 cm, beim Halbstamm zwischen 100 und 160 cm, beim Hochstamm zwischen 180 und 220 cm. Diese Angaben entsprechen also der Stammlänge. Dabei sind die Erziehungsformen des Nieder- und Halbstamms meist nur bei Obstgehölzen zu finden, da sie das Ernten wesentlich erleichtern. Die Kronengröße definiert sich jedoch nicht über die Stammlänge, das heißt, dass Niederbüsche nicht die kleinste Krone besitzen. Bei Obstgehölzen ist sie abhängig 
von einer stark, mittelstark oder schwach wachsenden Unterlage. Fast ausschließlich bei Obstgehölzen findet man auch Büsche und Spindelbüsche mit einer Stammlänge zwischen 40 und 60 cm sowie die bereits angesprochenen Ballerina- oder Säulenbäume.

Beim Heister handelt es sich um zweimal verpflanzte Laubbäume mit einer Höhe zwischen 125 und 250 cm, die maximal drei Jahre in der Baumschule gestanden haben dürfen. Sie weisen noch keine Krone auf, besitzen jedoch seitliche Äste und einen oder mehrere Leittriebe. Der Wuchs muss arttypisch sein. Heister werden nach Größen eingeteilt in Viertelheister (125–150 cm), Halbheister (150–200 cm) und Starkheister (200–250 cm). Größere Gehölze, die bereits dreimal verpflanzt wurden, werden als Stammbusch bezeichnet.

Heckengehölze – wenn es sich um eine Baumart handelt – werden in der Baumschule in entsprechender Erziehungsform ohne Stamm angeboten, da sie ja später einmal eine durchgehend dichte Verzweigung und Belaubung aufweisen sollen. Das ist wiederum eine Frage des richtigen Schnitts und der weiteren Erziehung durch den Käufer. Bei Sträuchern, die sich von Natur aus direkt am Boden verzweigen, ist deshalb eine Heckenerziehung wesentlich einfacher.

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Redaktion Bauwohnwelt