Erntezeit

Im Obst-, Gemüse- und Kräutergarten können Sie immer noch aus dem Vollen schöpfen. Von Gemüse können Sie laufend Tomaten ernten, vergessen Sie das Ausgeizen nicht. Auch Bohnen, Erbsen, Gurken, Mangold, Möhren, Radieschen, Rettiche, Rote Bete und Salate gehören weiterhin zu einem ausgewogenen und vielfältigen Speiseplan. Frühe Kartoffeln sind nun ebenfalls an der Reihe, und frische Kräuter aus dem Garten sorgen für Duft und Würze in der Küche.

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Online seit: 31.08.2012 | Themenbereich: Terrasse & Balkon
Erntezeit

Zum richtigen Zeitpunkt ernten

Für eine Weiterkultur von Kräutern und Sommerblumen nehmen Sie nach der Blüte die Samen ab. Nachdem diese getrocknet und gesäubert wurden, füllen Sie sie in kleine beschriftete Papiertütchen, die an einem dunklen, trocknen Ort aufbewahrt werden.

Zahlreiches weiteres Beerenobst ist erntereif, etwa späte Sorten von Brombeere, Himbeere oder Heidelbeere. Bei Steinobst sind nun die letzten Kirschenwochen für späte Süßkirschen angebrochen, so etwa für die selbstfruchtbare Knorpelkirsche 'Lapins' mit großen, dunkelroten, platzfesten Früchten. Liebhaber alter Sorten können jetzt die letzten Kirschen ernten. 
Auch die ersten Aprikosen, Pfirsiche, Pflaumen und frühen Zwetschgen sind nun reif, bei Kernobst sind frühe Äpfel und Birnen an der Reihe. Bei Kernobst wie Äpfeln, Birnen und Quitten wird zwischen „Pflückreife“ und „Genussreife“ unterschieden. Pflückreife bedeutet, dass das Obst, nachdem es geerntet wurde, noch einige Zeit gelagert werden muss, bevor es verzehrt werden kann, also die Genussreife eintritt. Diese Unterscheidung ist abhängig von der Sorte. Für eine gute Lagerfähigkeit ist auch ein gesunder Baum sehr wichtig. So besteht das Züchtungsziel bei Äpfeln vorrangig in schorftoleranten und gegen Mehltau widerstandsfähigen Sorten. Bei Birnen gibt es zwar schon gegen Feuerbrand tolerante Sorten, etwa die Herbstsorte 'Harrow Sweet' (ab September reifend), nicht jedoch Sorten, die unanfällig gegen Birnengitterrost sind. Neben der Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten wurde in den letzten Jahren auch verstärkt an neuen Sorten der klein bleibenden Säulenform gezüchtet, vor allem bei Äpfeln. Die seit über 20 Jahren bekannten Sorten der ersten, auf dem Markt erhältlichen Ballerina-Säulenäpfel 'Bolero', 'Felix', 'Flamenco', 'Maypole' (Zierapfel), 'Polka' und 'Waltz' zeigten im Lauf der Zeit eine teils hohe Anfälligkeit für Schorf und Mehltau, sodass es Zeit für die nächste Generation wurde. 
Seit ein paar Jahren sind die Sorten der CATS-Serie (Columnar Apple Trees), entstanden an der Forschungsanstalt Geisenheim, Fachgebiet Obstbau, auf dem Markt. Diese sind nur gering anfällig für Schorf, Mehltau, Krebs und Blattläuse. Die Sorten entstanden durch Kreuzungen von Sorten aus erster Generation mit wertvollen Tafeläpfeln wie 'Topaz' oder 'Elstar'. Die 
früheste Sorte, die bereits Ende August pflück- und genussreif ist, ist 'Suncats', ein flächig roter Apfel mit milder Säure.

Die anderen Sorten wie 'Starcats', 'Redcats', 'Goldcats' und 'Greencats' folgen ab September bis Oktober. Die Säulenäpfel aus der POM-Serie, ebenfalls in Geisenheim entstanden, sind neuere Züchtungen und zusätzlich gegen Fruchtfäule wenig anfällig. Die früheste Sorte heißt 'Pomredrobust' (syn. 'Galahad'), ist Ende August pflückreif und kann bis Januar gelagert werden. Die Deckfarbe ist leuchtend rot, das Fruchtfleisch grüngelb. Neben der geringen Anfälligkeit gegen Fruchtfäule, Krebs und Blattläuse wird diese Sorte auch kaum von Schorf und Mehltau befallen. Auch die Sorten der Campanilo-Serie, sind kaum anfällig gegen Schorf und Mehltau. Die früheste Sorte ist Campanilo 'Primo' (pflückreif Mitte August). Ihrer Pflückreife nach folgen 'Secundo' (Anfang September), 'Tertio' (Mitte September), 'Quattro'
(Ende September) und 'Cinque' (Anfang Oktober). Diese neuen Säulenäpfel sind für den Ökolandbau besonders geeignet, da sich durch ihre geringe Krankheitsanfälligkeit der Einsatz von Spritzmitteln erübrigt. Wer sich dennoch lieber an einem Apfelbaum mit Krone erfreuen mag, der kann sich weiterhin aus dem Standardsortiment, das in den meisten Baumschulen zu finden ist, kleinkroniger Apfelbäume bedienen. Empfehlenswerte und robuste Früh- und 
Sommeräpfel sind die Sorten 'Retina' (pflück- und genussreif ab Mitte August) und 'Gerlinde' (ab Ende August) sowie die nicht ganz schorffeste Sorte 'Piros' (ab Anfang August).
Frühe Sommersorten von Birnen sind 'Bunte Juli' und 'Williams Christ', Herbstsorten folgen ab September mit 'Gellerts Butterbirne' und 'Harrow Sweet', bei denen Pflück- und Genussreife ebenfalls zusammenfallen. Das Gros der Äpfel und Birnen sind Herbst- und Wintersorten und reift ab dem Frühherbst heran. Dabei ist wichtig zu wissen, dass Frühäpfel am kürzesten bis gar nicht, Winteräpfel, die ab Oktober reifen, am längsten lagerfähig sind, je nach Sorte bis zu sechs Monate.

Immer noch wenig bekannt ist auch Wildobst. Viele Bäume und Sträucher findet man zwar als Ziergehölze in den Gärten, darunter Felsenbirne oder Kornelkirsche, dass aber deren Früchte direkt von Baum oder Strauch genascht werden können, wissen nur die wenigsten. Bereits im Hochsommer hat die Sorte 'Ballerina' der Felsenbirne (Amelanchier laevis) ihre roten 
Früchte angesetzt, die bei Vollreife fast schwarz werden und ein wenig an Heidelbeeren erinnern. Die Früchte lassen sich hervorragend zu Marmelade verarbeiten und wurden früher als Korinthenersatz verwendet.

Jetzt im Spätsommer reifen die Früchte der Schwarzen Apfelbeere (Aronia melanocarpa), einem Kleinstrauch mit rahmweißen Blütendolden im Mai. Die Beeren sind violett-schwarz, etwa erbsengroß und apfelförmig, der rote Saft färbt sehr stark. Sie können roh gegessen oder auch zu Marmelade, Gelee oder Likör verarbeitet werden. Im Handel sind die Sorten 'Aron', 'Nero', Rubina' und 'Viking' erhältlich. Je nach Sorte sind auch die ersten Früchte der Kornelkirsche (Cornus mas) erntereif, einem sehr schönen Ziergehölz, das bereits ab Februar mit zahlreichen gelben kugeligen Blütendolden an den noch kahlen Zweigen blüht. Die Früchte sind glänzend rot und etwa 2 cm groß. Reif sind sie, wenn sie durch Druck etwas nachgeben. Sie schmecken recht säuerlich und enthalten sehr viel Vitamim C, zweieinhalb mal so viel wie Zitronen. Auch die Kornelkirsche lässt sich zu Marmelade, Gelee, Mus, Saft, Likör, Wein oder Edelbrand verarbeiten. Je nach Sorte kann von Ende August bis Ende September geerntet werden. Die bekannteste und eine der frühesten Sorten ist 'Jolico'. Einige weitere, in Spezialgärtnereien oder Baumschulen erhältliche Sorten sind 'Kazanlak', 'Schumener' sowie 'Schönbrunner Gourmetdirndl'.

An Stein- und Kernobst befinden sich zur Erntezeit oft faulende Früchte am Baum. Ein zu dichter Fruchtbehang, ungünstige Witterungsverhältnisse wie Regen oder Hagel, aber auch die Larven von Apfel- und Pflaumenwickler oder andere Insekten beschädigen die Fruchthülle und führen so zum Verfaulen. Die braunen Stellen bieten dem Pilz der Monilia-Fruchtfäule 
ideale Ausbreitungsbedingungen. Sobald sich die ersten braunen Flecken am Obst bemerkbar machen, müssen diese abgesammelt und beseitigt werden.


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Redaktion Bauwohnwelt