Frostspanner, Kohlweißling und Sitkafichtenlaus

Mit den immer leerer werdenden Beeten kehrt oberirdisch in Sachen Krankheiten und Schädlinge nun etwas Ruhe ein. Trotzdem sollte das Wintergemüse wegen des Kohlweißlings im Auge behalten werden. Bei Obst- und Laubbäumen macht sich die nächste Generation des Frostspanners ans Werk, und auch die Sitkafichtenlaus ist noch präsent.

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Online seit: 28.08.2012 | Themenbereich: Terrasse & Balkon
Frostspanner, Kohlweißling und Sitkafichtenlaus

Schädlinge setzen sich auch im Herbst nicht zur Ruhe

Etwa um die Mitte des Vollherbsts, nach den ersten Frösten, bis in den Winter hinein beginnt die Flugzeit des Kleinen und Großen Frostspanners, zweier Schmetterlingsarten. Durch die Fraßtätigkeit ihrer Raupen im Frühjahr und Frühsommer können sie erheblichen Schaden an Obstbäumen, aber auch an Stachel- und Johannisbeere, anrichten. Aus den Puppen, die 
in Stammnähe unter der Erde lagen, sind nun die Männchen und die flugunfähigen Weibchen geschlüpft. Während die Männchen nachts umherschwärmen, kriechen die Weibchen am Stamm hoch, um sich dort oben zu paaren. Anschließend legen sie ihre Eier in den Rindenritzen und in den Triebspitzen ab. Um die Paarung zu verhindern, sollten daher jetzt in etwa 80 cm Höhe am Stamm sowie an Stützpfählen Leimringe angebracht werden, an denen die Weibchen kleben bleiben. Achten Sie darauf, dass der Ring dicht am Stamm anliegt, Lücken schließen Sie zusätzlich mit Leim. Kontrollieren Sie die Leimringe regelmäßig, entfernen Sie daran haftendes Laub, und erneuern Sie die Ringe, falls nötig. Lassen Sie die Ringe bis zum Vollfrühling am Stamm, denn es kann sein, dass sich die Frostspanner auch unterhalb von ihnen paaren und 
Eier ablegen und dann die erste Generation der Raupen, die im Frühjahr schlüpft, von dort hochklettert.

Im Gemüsebeet sollten Sie bei den jetzt noch bis weit in den Frühwinter – Grünkohl sogar bis zum Vorfrühling – verbleibenden Herbst- und Wintersorten von Kohlgemüse das im Frühjahr ausgebrachte Kulturschutznetz belassen, da der Große Kohlweißling noch bis in den Spätherbst hinein zu beobachten ist. Bis dahin kann auch noch eine Generation an 
Raupen schlüpfen, die sich dann über das Kohlgemüse hermachen.

Nach einem heißen Sommer nimmt nun mit den ersten Frösten die Zahl der Sitkafichtenläuse wieder zu. Diese grünlich-braun gefärbte Laus mit ihren charakteristischen roten Augen wurde in den 1960er-Jahren von Amerika nach Europa eingeschleppt und kommt mit den Temperaturen hier sehr gut zurecht. Leider kann sie ziemliche Schäden an verschiedenen Fichten, bevorzugt an ihrer angestammten Wirtspflanze, der Sitka-Fichte, anrichten. Befallen werden aber auch Stech-Fichte, Omorika-Fichte und, etwas seltener, die heimische Rot-Fichte. Tannen und andere Koniferen werden hingegen nicht befallen.

Wenn man die Sitkafichtenlaus nicht rechtzeitig bekämpft, kann sie ganze Bäume zum Verkahlen bringen. Zum einen entzieht sie den Nadeln durch Saugen den Saft, zum anderen sondert sie einen giftigen Speichel ab. Beides führt letztendlich zum Verbräunen und vorzeitigen Fall der Nadeln. Die Läuse arbeiten sich von unten nach oben und von innen 
nach außen vor, sodass man den Schaden erst recht spät wahrnimmt. Um festzustellen, ob an einer Fichte Sitkafichtenläuse saugen, können Sie jederzeit die Klopfprobe machen: Halten Sie ein weißes Blatt Papier unter einen Ast und klopfen sie mit einem umwickelten Besenstiel, um die Rinde nicht zu verletzen, oder mit einem anderen Werkzeug kräftig auf den Ast. Da die Läuse teils sehr fest sitzen, wiederholen Sie das Klopfen mehrmals und an verschiedenen Ästen. Sind auch nur wenige Tiere auf das Blatt gefallen, sollten Sie bereits Gegenmaßnahmen ergreifen und etwa mit Neempräparaten spritzen. Die Vermehrungsrate der Läuse ist im Herbst eher gering, eine Bekämpfung ist daher im Frühjahr wesentlich wichtiger, da die Population durch die überwinterten Eier und erwachsene Tiere wesentlich schneller ansteigt und es unter Umständen zu einer massenhaften Vermehrung kommen kann. Dann können auch natürliche Feinde wie Flor- und Schwebfliegen, Marienkäfer oder Schlupfwespen nicht mehr viel ausrichten. Zusätzlich bringt die Sitkafichtenlaus wie alle Lausarten auch geflügelte Tiere hervor, die sich dann im Vollfrühling auf anderen Fichten niederlassen, wo der Kreislauf von Neuem beginnt.


 

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Redaktion Bauwohnwelt