Gründüngung aussäen

Gründüngungspflanzen haben eine Menge Vorteile, vor allem für Gemüsebeete, denn neben der Förderung des Bodenlebens verbessern sie die Bodenfruchtbarkeit und beugen so der so genannten Bodenmüdigkeit vor.


Online seit: 01.09.2012 | Themenbereich: Terrasse & Balkon
Gründüngung aussäen

Gründungpflanzen

Durch das ständige Ernten stark zehrender Gemüsearten werden dem Boden Nährstoffe entzogen, und er ermüdet schneller. In abschüssigem Gelände oder Hanglagen können die Wurzeln der Gründünger den Boden befestigen und so der Erosion entgegenwirken. Durch den Bewuchs wird außerdem der Boden beschattet. 

Da Gründüngungspflanzen nicht geerntet werden, wird dem Boden organisches Material zugeführt, das zur Humusbildung beiträgt. Infolge der Durchwurzelung des Bodens werden die Bodenlebewesen zu vermehrter Aktivität angeregt und somit die Krümelstruktur verbessert, vor allem bei verdichteten Böden. Je nachdem, welche Pflanzen Sie aussäen, kann der Boden von allen Eigenschaften profitieren. Die einen Pflanzen sorgen für gute Bodenlockerung, wie Sonnenblumen oder Ölrettich, andere bedecken die Fläche durch schnellen Aufwuchs, wie Bienenfreund und Gelbsenf. Schmetterlingsblütler wie Klee oder Lupinen wiederum führen dem Boden Stickstoff zu, da sie mit so genannten Knöllchenbakterien in Symbiose leben, die Stickstoff aus der Luft binden. Winterharte Pflanzen verhindern, dass Nährstoffe in tiefere Schichten und ins Grundwasser ausgewaschen werden, da sie über den Winter die verbliebenen Nährstoffe speichern. Bei der Einarbeitung der Pflanzen im Frühjahr stehen diese dann dem Gemüse zur Verfügung. Die nicht winterharten Arten erfrieren zwar beim ersten Frost, bleiben aber als Schutzschicht auf dem Boden bis zum Frühjahr liegen und werden dann eingearbeitet.

Gründüngungspflanzen können die ganze Vegetationsperiode über ausgebracht werden. Am besten sind sie als Nachkultur geeignet, wenn anschließend kein Gemüse mehr gepflanzt oder ausgesät wird. Der beste Zeitpunkt dafür ist Anfang August. Schnell wachsende und winterharte Arten können noch bis September, Winterroggen sogar bis Oktober ausgesät werden.

Ob während es Jahres oder als Nachkultur ausgesät – bei der Auswahl der Pflanzen ist wie bei Fruchtfolge und Mischkultur von Gemüse darauf zu achten, dass davor oder danach kein Gemüse aus derselben Pflanzenfamilie wie die Gründüngungspflanzen angebaut wird, da diese mit sich selbst unverträglich sind. Besonders empfehlenswert ist Bienenfreund, da er mit keinem Gemüse verwandt ist. Wenn Sie Ölrettich, Senf oder Raps wählen, achten Sie darauf, dass Sie keine Kohlgewächse wie Kohlrabi, Radieschen, Rettich sowie Blumen-, Grün- oder Rosenkohl davor oder danach anpflanzen, da sie alle zur Familie der Kreuzblütler gehören. Das würde die Kohlhernie fördern. Nachdem die Gründüngungspflanzen abgemäht, teils kompostiert und eingearbeitet wurden, warten Sie mit der Folgekultur noch etwa zehn bis 14 Tage. Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über die Aussaatzeiten und Eigenschaften einiger Gründüngungspflanzen.

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Redaktion Bauwohnwelt