Krankheiten und Schädlinge bekämpfen

Halten Sie im Obst-, Gemüse- und Ziergarten weiterhin Ausschau nach Schädlingen. Von vielen Arten macht sich bereits die zweite oder dritte Generation an Gemüse, Früchten und Blumen zu schaffen, wie etwa die Larven der Lauchminierfliege, die Fraßgänge in den Blättern von Zwiebelgemüse hinterlässt.

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Online seit: 02.09.2012 | Themenbereich: Terrasse & Balkon
Krankheiten und Schädlinge bekämpfen

Tipps und Tricks zur Schädlingsbekämpfung

In der warmen Jahreszeit finden die Hauptaktivitäten der meisten tierischen Schädlinge statt, sei es als erwachsenes Tier oder als Larve. Bei vielen Schädlingen können mehrere Generationen pro Jahr auftreten, andere wiederum bringen nur eine hervor. Wer einen vielfältig gestalteten und artenreichen Garten hat, der kennt wahrscheinlich viele von ihnen, weiß aber auch, dass sich so mancher Schaden in Grenzen hält, wenn man die richtigen vorbeugenden Maßnahmen zur rechten Zeit ergreift.

Schwieriger gestaltet sich da schon die Bekämpfung von Pilzen, Viren und Bakterien. Oft hilft nur ein starker Rückschnitt von Gehölzen oder sogar das komplette Entfernen. Da ist es umso ärgerlicher, wenn dadurch im Sommer und Herbst die Ernte an Obstgehölzen und Beerensträuchern beeinträchtigt wird. Eine verregnete und kalte Jahreszeit tut dann ein Übriges dazu und lässt auch noch so manche Blütenköpfe an Stauden und Rosen traurig dahinwelken. Nach einer Sommerpause ist ab August die zweite Generation der Lauchminierfliege zu beobachten. Die Larven haben sich in der Basis oder im Boden nahe ihrer Wirtspflanzen verpuppt und sind nach dem Schlüpfen nun auf der Suche nach neuen Pflanzen, um ihre Eier abzulegen. Wenn Sie nochmals Jungpflanzen von Lauch gesetzt haben oder noch nicht alles geerntet ist, kann sich die Fliege weiter verbreiten. Eine Dauerkultur wie Schnittlauch ist optimal für sie. Pflanzen Sie also Lauchgewächse 
nicht unbedingt in enger Nachbarschaft zueinander. Breiten Sie nach dem Setzen der Jungpflanzen ein Pflanzenschutznetz darüber, das ist der einzig wirksame Schutz, denn Insektizide sind in diesem Fall für den Hausgarten nicht zugelassen.

Wer im Erstfrühling die Larven des Dickmaulrüsslers, einer Käferart, noch nicht alle erwischt hat, hatte vielleicht im Sommer U- oder halbmondähnliche Fraßlöcher an einigen Ziergehölzen wie Flieder, Rhododendron oder Rose, was den Pflanzen meist aber keinen Schaden bereitet. Der Käfer kann durch Abklopfen der Pflanzen aufgesammelt werden, allerdings ist er nachtaktiv!
Bereits im Juni hat er seine Eier im Boden in der Nähe seiner Wirtspflanzen abgelegt, jetzt im August schlüpfen die Larven und fressen an den Wurzeln der Pflanzen. Der Befall bleibt zunächst verborgen, da er ja im Boden stattfindet. Die Larven können sich aber bis zum Wurzelhals und der Rinde vorarbeiten, dann entsteht ein so genannter Ringelfraß. Der Schaden durch die Larven kann im Gegensatz zu dem durch den Käfer zum Absterben der Pflanze führen. Wenn Pflanzen kümmern oder die ersten Triebe welken, suchen Sie am Wurzelstamm nach Fraßschäden oder graben Sie die Erde im Wurzelbereich sehr vorsichtig um, um nachzusehen, ob sich wirklich Larven im Boden befinden.

Gegen den Käfer, der ja ein blattfressendes Insekt ist, kann man mit Neempräparaten vorgehen, gegen die Larven mit im Handel erhältlichen Nematoden, die mit dem Gießwasser in den Boden gebracht werden. Dazu sollte der Boden eine Mindesttemperatur von 12 °C aufweisen. Achten Sie darauf, dass der Boden nach dem Ausbringen nicht austrocknet, da sich die Nematoden über das Wasser fortbewegen. Auch Sonne mögen sie nicht, gießen Sie deshalb an einem bedeckten Tag oder abends. 

Zur Erntezeit von Brombeeren kann es sein, dass manche Früchte an der Basis nicht ausgereift sind und noch rot oder zweifarbig rot-schwarz sind. Den Früchten fehlt daher die Süße, sind teils sogar ungenießbar. Vielleicht ist hier die Brombeergallmilbe am Werk. Sie gehört zu den Spinnentieren, ist weiß und nicht einmal einen Millimeter groß. Jetzt im August befinden sich die meisten Tiere pro Beere am Strauch, während des Sommers können sich mehrere Generationen gleichzeitig entwickeln. Gegen Herbstende nimmt ihre Anzahl wieder ab. Die Brombeergallmilbe überwintert in Knospenschuppen, in den Ritzen der Rinde oder in den über den Winter hängen gebliebenen Fruchtmumien. Ab Frühjahr mit steigenden Temperaturen legt sie ihre Eier in den Knospen ab, geht dann auf Blüten und junge Beeren über und beginnt mit ihrer Saugtätigkeit. Am größten ist der Schaden an den Beeren, wo er zu hohen Ernteverlusten führen kann.

Da die Population im Spätsommer am höchsten ist, empfiehlt es sich, früh reifende Arten zu pflanzen, wie 'Loch Ness' (Pflückreife Anfang August) oder 'Wilson’s Frühe' (Pflückreife ab Juli), da sich die Ernteverluste somit in Grenzen halten lassen. Nach der Ernte sollten die abgetragenen Ruten ohnehin entfernt werden. So bietet man den Milben zumindest weniger Überwinterungsplätze. Halten Sie außerdem den Boden gleichmäßig feucht, indem Sie regelmäßig wässern und eine Mulchschicht aufbringen.
Im August kann man nun die Wiesenschnake beobachten, die alsbald wieder ihre Eier auf der Oberfläche von Wiesen und Rasenflächen ablegt. Die geschlüpften jungen Larven können bereits im Herbst an den Wurzeln der Gräser zu fressen beginnen, die dadurch gelb werden und absterben. Viel größer ist jedoch der Schaden im Frühjahr durch die überwinternden Larven. Verwechseln Sie die gelben Stellen jedoch nicht mit denen des Schneeschimmels, der zusätzlich einen weißen pelzigen Belag zeigt. Es kann auch vorkommen, dass sich die Larven über Stauden hermachen und des Nachts an den oberirdischen Pflanzenteilen fressen.

Sobald Sie die ersten Wiesenschnaken fliegen sehen, können Sie über kleinere Rasenflächen ein Vlies auslegen, um die Eiablage zu verhindern. Ist diese bereits erfolgt und es zeigen sich die ersten gelben Flecken im Rasen, können Sie entweder Nematoden mit dem Gießwasser ausbringen oder die Larven mit einem Köder an die Oberfläche locken und dann absammeln. So ein Köder besteht aus Weizenkleie und Zucker im Verhältnis 10:1. Mischen Sie mit Wasser einen zähflüssigen Brei an, füllen Sie flache Schalen mit diesem, und verteilen Sie die Schalen auf der Rasenfläche. Weitere vorbeugende Maßnahmen sind das Kurzhalten des Rasens und das Verhindern von Staunässe, indem Sie den Rasen regelmäßig Vertikutieren 
oder Aerifizieren.Damit der Schäden nicht genug, kann im Spätsommer, Herbst und Winter die Schwarzbeinigkeit an Rasengräsern auftreten, verursacht durch einen Pilz. Im Rasen bilden sich anfangs kleine, eingefallene Flecken mit etwa 5 - 10 cm Durchmesser. Die Flecken vergrößern sich, die Gräser darin färben sich dunkelbraun und sterben ab. Der Pilzbefall wird durch staunasse und verdichtete oder nährstoffarme Böden sowie durch zu starke Kalkung gefördert. 

Bei Rosen kann es im August zum Auftreten der zweiten Generation der Rosenzikade kommen, wenn die Witterungsverhältnisse günstig waren, bevorzugt heiß und trocken. Das 3 – 4 mm lange, hellgelbe bis hellgrüne, geflügelte Insekt aus zweiter Generation legt seine Eier im Herbst an der Rinde ab, aus denen schon im kommenden Mai die erste neue Generation schlüpft. Zikade und Larve saugen blattunterseits entlang der Blattadern und verursachen so weiße Sprenkler auf den Blättern, die mit der Zeit größer werden. Das Schadbild ist aber nicht immer auf die Zikade zurückzuführen, da Spinnmilben, Thripse oder nicht biologische Schäden wie Nährstoffmangel und Trockenheit ähnliche Symptome verursachen können. Erst durch Berühren der Blätter, wenn die erwachsenen Zikaden wegfliegen und die Larven wegspringen, kann man den Schaden eindeutig identifizieren. Meist werden nur Rosen befallen, die an für die Zikade günstigen Standorten wie sonnigen Hauswänden stehen. Durch entsprechende Schnittmaßnahmen wird ein Großteil der Eier schon entfernt und somit eine neue Generation verhindert. Es kann aber auch Brennnesselbrühe gespritzt werden, bevorzugt in den Morgenstunden, da die Tiere dann noch träge sind.


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Redaktion Bauwohnwelt