Pflege- und Pflanzarbeiten im Vollherbst

Kurz vor dem Winter ist noch allerhand zu tun. Die Beete sollten gesäubert, Stauden zurückgeschnitten und empfindliche Knollen aus dem Boden geholt werden. Das erste Abdeckmaterial sollte nun schon bereit gehalten werden. Für sommergrüne Gehölze, Obstgehölze und Rosen ist nun Hauptpflanzzeit.

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Online seit: 08.09.2012 | Themenbereich: Terrasse & Balkon
Pflege- und Pflanzarbeiten im Vollherbst

Der Winter naht, was ist zu tun

Zur Mitte des Vollherbsts zieht das Hochdruckwetter, das uns den Altweibersommer bescherte, allmählich weiter, und Temperaturen und Witterung werden wieder unbeständiger. Jetzt ist die Zeit günstig, um zahlreiche Pflegearbeiten im Garten abzuschließen. 
Schneiden Sie die letzten verblühten Sommerstauden bodennah zurück, auch einziehendes Laub kann nun entfernt werden, etwa bei der Montbretie, die in kalten Lagen zusätzlich abgedeckt werden sollte. Auch das Frühlings-Alpenveilchen ist an kalten Plätzen manchmal frostgefährdet und liebt eine lockere Decke aus Reisig. Ältere Stauden können jetzt noch 
geteilt und verpflanzt werden, etwa Bergenien. Auch Vergissmeinnicht und Stiefmütterchen können noch gepflanzt werden. Bei den Herbstblühern werden verblühte Blütenköpfe regelmäßig herausgeschnitten. Vor dem ersten Frost sollten nun auch unbedingt die letzten Tulpenzwiebeln und andere Frühjahrsblüher in den Boden. Neben dem Rückschnitt gehört das Wässern immergrüner Laub- und Nadelgehölze zu den anstehenden Pflegearbeiten, da sie ihr Blatt- und Nadelkleid über den Winter behalten und dadurch weiterhin Wasser verdunsten. Bereits im Frühherbst kann es empfindlich kalte Nächte mit Temperaturen um den Gefrierpunkt geben. Wenn Sie bisher noch kein Abdeckmaterial wie Vlies oder Reisig für das letzte Gemüse und frostempfindliche Pflanzen bereitgehalten haben, sollten Sie dies jetzt tun. Denken Sie jedoch tagsüber daran, die abgedeckten Beete zu lüften und für das Frühbeet das Isoliermaterial aus dem Sommerquartier zu holen. Prüfen Sie bei den Rosen, ob deren Veredelungsstelle im Boden ist. Wenn nicht, häufeln Sie diese Rosen jetzt an. Bis 
zum Ende des Vollherbsts werden die letzten Brombeeren und Himbeeren geerntet. Nun können die abgetragenen Ruten bodennah entfernt werden. Für fast alle Gartenbereiche gilt, das Falllaub dann zu entfernen, falls es mit bedrohlichen Pilzkrankheiten oder Schädlingen infiziert ist. Auf alle Fälle sollte es vom Rasen abgerecht und aus Gemüsebeeten sowie 
unter Obst- und Beerengehölzen beseitigt werden. In waldähnlichen Pflanzungen mit Gehölzen sollte es hingegen belassen werden, da es den im Frühling und Frühsommer blühenden Zwiebeln- und Knollenpflanzen sowie den Waldstauden als Schutzschicht über den Winter dient. 

Boden bearbeiten und Bodenprobe nehmen: Neben dem tiefgründigen Lockern, einer nicht wendenden Bodenbearbeitung, gibt es noch das Umgraben, bei dem spatentiefe Erdschollen abgestochen, gewendet und bis zum Frühjahr liegen gelassen werden. Unter Frosteinwirkung werden die Schollen zerkleinert, da das Wasser im Boden gefriert und wieder auftaut. Dieser ständige Wechsel führt schließlich dazu, dass die Schollen bis zum Frühjahr feinkrümeliger 
werden. Der Vorgang wird auch als Frostgare bezeichnet. Es bedeutet jedoch einen starken Eingriff in das Bodenleben, da die unteren Schichten und damit die Bodenlebewesen, die mit weniger Sauerstoff auskommen, nach oben befördert werden und umgekehrt. Für diese Methode gibt es sowohl Befürworter als auch Gegner. Letztendlich bestimmen Bodenart, 
Unkrautbewuchs und Pflanzenreste, ob umgegraben wird oder nicht. Bei leichten und lockeren Böden, die von Haus aus gut durchlüftet sind, erübrigt sich das Umgraben. Hier reicht das tiefgründige Lockern ein bis zwei Monate vor einer Neubepflanzung oder vor dem Winter völlig aus. Bei besonders schweren lehm- und tonhaltigen Böden, die zu starker Verdichtung, Staunässe oder Unkrautbewuchs neigen, kann die Praxis des Umgrabens einmal im Jahr hingegen durchaus sinnvoll sein. Gleichzeitig mit dem Umgraben werden Kompost oder Pflanzenreste –  abhängig von der im nächsten Jahr angebauten Kultur – mit eingearbeitet. Beginnen Sie mit dem Umgraben jedoch nicht zu früh, denn bei warmem Wetter beginnen sonst die Unkrautsamen noch zu keimen. Auch zahlreiche herbstliche Niederschläge sind ungünstig, da die Oberfläche der Schollen zerstört wird, auf die eigentlich der Frost einwirken sollte. Zahlreiche Geräte und Bodenverbesserungsmaßnahmen, wie sie bereits im Vorfrühling genannt wurden, würden im jedoch im Hausgarten ausreichen, um auf das Umgraben gänzlich verzichten zu können.
Auch der Zeitpunkt für die Entnahme einer Bodenrobe ist jetzt, wenn die meisten Beete abgeerntet sind, neben dem Vorfrühling günstig.

Letzte Düngung für den Rasen: Nach einer stickstoffbetonten Düngung im Sommer steht bei Zierrasen nun die dritte und letzte Düngung an, die wie bei den Gehölzen kaliumbetont sein sollte. Sie sorgt dafür, dass die Rasengräser gestärkt in den Winter gehen und im Frühjahr wieder optisch ansprechend aussehen. Wer bei Gebrauchsrasen im Sommer auf eine zweite 
Düngegabe verzichtet hat, kann diese jetzt ausführen. Der richtige Zeitpunkt hängt grundsätzlich von der Witterung ab. In wärmeren Gegenden kann später gedüngt werden als in kälteren.

Aussaaten im Gewächshaus und im Frühbeet: Vom Freiland geht es nun für viele Wintersorten von Gemüse ins beheizte oder unbeheizte Gewächshaus oder ins Frühbeet. Beachten Sie bei der Aussaat die Keimtemperaturen der Samen. Vor den ersten Frösten können noch die letzten Radieschen, Winterrettich und Wintersalat ins Frühbeet oder unbeheizte Gewächshaus 
gesät werden, danach findet die Aussaat im beheizten Gewächshaus statt. Dort können auch bis zum Frühwinter auch Aussaaten von Pflück- und Schnittsalaten erfolgen. Feldsalat, Spinat und Winterportulak können bis weit in den Frühwinter im unbeheizten Gewächshaus oder Frühbeet, danach im beheizten Gewächshaus ausgesät werden, bis im Frühjahr schon wieder die Freilandaussaat ansteht. Für Rucola endet nun die Aussaat in Frühbeet und Gewächshaus. Chinakohl, Endivie, Kopfsalat, Radicchio und Zuckerhut können im Vollherbst als Jungpflanzen im beheizten Gewächshaus gesetzt werden, um auch im Frühwinter ernten zu können. 

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Redaktion Bauwohnwelt