Die optimale Brandschutztechnik fürs Eigenheim

Das Auto ist längst mit Airbags und anderer sicherheitsrelevanten Technik ausgestattet, die Kinder fahren grundsätzlich nur im Kindersitz mit. Nur beim Thema Brandschutz scheinen die Österreicher nachlässig zu sein - dabei kann es jeden treffen.

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Online seit: 01.06.2015 | Themenbereich: Tipps & Tricks
Die optimale Brandschutztechnik fürs Eigenheim

Damit Ihr Haus nicht in Flammen aufgeht

Es kann für jeden brenzlig werden
 
Durchschnittlich 60.000 Mal pro Jahr - also 164 Mal am Tag - brennt es in österreichischen Haushalten. In etwa einem Viertel der Fälle verursachen defekte elektrische Geräte den Brand, aber auch Fettbrände in der Küche, Brände durch überlastete Stromleitungen (Stichwort: Mehrfachsteckdosen) oder durch offene Wärmequellen verursachte Brände sind häufig der Grund für das Anrücken der Feuerwehr. Jedes Jahr sterben 200 Menschen durch die Folgen eines solchen Brandes, weitere 600 Personen werden schwer verletzt. Doch vor Bränden kann man sich schützen, nicht nur indem die richtigen Verhaltensweisen eingeübt und die elektrischen Geräte im Haus regelmäßig von einem Fachmann überprüft werden. Wie im Auto auch retten technische Geräte sowohl Menschenleben als auch den Hausrat.
 
 
Baulicher Brandschutz fürs Eigenheim
 
Gemäß den Bauordnungen müssen neu gebaute sowie renovierte Häuser brandschutztechnisch so ausgestattet werden, dass ein Feuer im Falle des Falles auf einen Raum bzw. eine Wohnung beschränkt bleibt. Das bedeutet, Feuer und Rauch sollten ein- bzw. ausgesperrt werden können, um einen Brand bis zum Eintreffen der Feuerwehr lokal zu begrenzen. Diese zusätzliche Sicherung können Sie durch gezielte bauliche Maßnahmen erreichen, etwa durch Brandschutzbeschichtungen und -fugen, Kabelbeschichtungen, Kabel- und Rohrabschottungen sowie Brandschutzbekleidungen. Auch so genannte Brandschutztüren bzw. feuerfeste Türen fallen in diese Kategorie. Mit Hilfe derartiger Stahltüren lassen sich Brand- und Rauchherde für längere Zeit aus- bzw. einsperren, so dass die Gefahr eines sich ausbreitenden Feuers reduziert wird. In öffentlichen Gebäuden gehören derartige Maßnahmen längst zum Standard - sie sollten auch für private Häuser und Wohnungen eingesetzt werden.
 
 
Rauchmelder retten Leben
 
Besonders wichtig ist die Installation von Rauchwarngeräten, den Rauchmeldern, die entweder akustisch oder visuell vor sich entwickelnden Brandherden warnen. Diese Geräte sollten auf jeden Fall in der Küche (es gibt spezielle Rauchmelder für die Küche, die nicht sofort bei jedem Kochdampf Alarm schlagen), im Flur sowie im Schlafzimmer angebracht werden - bestenfalls auch noch im Wohnzimmer sowie im Kinderzimmer. Gegebenenfalls kann auch der Einbau eines Gaswarngerätes sinnvoll sein, etwa wenn Sie mit Gas kochen oder heizen. Gas ist besonders gefährlich, da es meist schleichend und unbemerkt austritt. Übrigens bilden auch (offene) Kaminöfen eine Gefahrenquelle nicht nur für Feuer, sondern auch vermehrt austretendes CO2 (Kohlenstoffmonoxid). Ein Gasmelder kann Sie und Ihre Familie von überhöhten CO2-Konzentrationen warnen und somit vor dem Erstickungstod bewahren. Die Warngeräte sollten das VdS-Prüfzeichen aufweisen und einmal jährlich durch den Schornsteinfeger kontrolliert werden.
 
 
Feuerlöscher und Löschdecken
 
Haben Sie einen Feuerlöscher im Haus? Nein? Dann sollten Sie diesen Kauf so schnell wie möglich nachholen. Mit einem solchen können Sie selbst Entstehungsbrände (ergo kleine Brände) effektiv bekämpfen und so einen großen, verheerenden Brand verhindern. Der Feuerlöscher sollte an einer leicht zugänglichen und zentralen Stelle aufbewahrt werden. Kaufen Sie am besten einen Schaumlöscher bzw. einen Feuerlöscher mit wässriger Lösung - auf Löschpulver basierende Feuerlöscher verursachen oft gravierende Folgeschäden. Außerdem ist für die Küche die Anschaffung von so genannten Löschdecken zu empfehlen. Mit diesen können Sie vor allem Fettbrände sowie andere, für Feuerlöscher nicht geeignete, Brände ersticken. Eine Brandschutzfachkraft (z. B. ein Betrieb für Brandschutztechnik) berät Sie gern hinsichtlich der genannten Maßnahmen.
 
Mehr Informationen erhalten Sie auch bei Ihrem regionalen Brandschutztechniker vor Ort.
 
 
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Redaktion Bauwohnwelt