Die Herbstpflanzung startet

Herbstzeit ist Pflanzzeit – das gilt für die meisten Gehölze, aber auch für Stauden und zahlreiche Zwiebel- und Knollenpflanzen, vor allem für die im Frühjahr oder Frühsommer blühenden. Der Boden ist noch warm, und die Pflanzen können vor dem Winter noch Wurzeln bilden.

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Online seit: 30.08.2012 | Themenbereich: Terrasse & Balkon
Die Herbstpflanzung startet

Zum richtigen Zeitpunkt pflanzen

Grundsätzlich sollte man bei der Wahl des Pflanztermins auf die individuellen Ansprüche der Pflanzen achten. Manche vertragen die ersten Fröste im Herbst besser als andere, die dafür besser mit Spätfrösten im Frühjahr zurechtkommen. Deshalb ist für manche Pflanzen die Herbstpflanzung nicht zu empfehlen. Frostempfindliche Gehölze etwa sollten entweder 
sehr zeitig im Frühherbst oder – besser – im Frühjahr gepflanzt werden. Wurzelnackte und ballierte Gehölze vertragen eine Herbstpflanzung recht gut, wohingegen Gehölze und auch die meisten Stauden als Containerpflanzen das ganze Jahr über gepflanzt werden können.
Für Nadelgehölze und immergrüne Laubgehölze empfiehlt sich die Frühjahrspflanzung. Wird im Herbst gepflanzt, sollten sie schon sehr zeitig Ende August, Anfang September im Boden sein. Sommergrüne Gehölze können hingegen am besten zum Ende des Frühherbstes gepflanzt werden.

Tauchen Sie kurz vor dem Pflanzen den Ballen so lange ins Wasser, bis keine Luftblasen mehr daraus aufsteigen. Nadelgehölze werden bei der Pflanzung nicht zurückgeschnitten, da sie keinen Rückschnitt ins Holz vertragen. Bei Laubgehölzen im Container sollte der Pflanzschnitt erst im Frühjahr folgen, um die Gefahr des Zurückfrierens einzudämmen. Da sich die Pflanzen im Herbst in der Vegetationsruhe befinden, wird kein Dünger in das Pflanzloch gegeben, sondern der Aushub lediglich mit gut verrottetem Kompost durchmischt. Auch bei Zwiebel- und Knollenpflanzen gibt es recht empfindliche Kandidaten, die jetzt in den Boden sollten, etwa Steppenkerze und Feuer-Lilie, Türkenbund-Lilie und die meisten Lilienkreuzungen, während Madonnen- und Königs-Lilie bereits im Spätsommer gepflanzt wurden. 

Ansonsten können jetzt bis in den Vollherbst hinein alle frühjahrs- und frühsommerblühenden Zwiebel- und Knollenpflanzen gesetzt werden, nur bei Hitze und Trockenheit sollte man noch etwas warten. Beachten Sie beim Setzen jeweils die Tiefe der unterschiedlichen Zwiebelgrößen. Besondere Vorsicht ist bei der Pflanzung der seesternartigen Knolle der Steppenkerze gefragt, da die Wurzeln sehr brüchig sind. Je nach Größe der Knolle sollte das Pflanzloch so breit sein, dass man die Wurzeln gut darin platzieren kann. Die Tiefe hängt vom Boden ab, der durchlässig und keinesfalls schwer oder nass sein sollte. Je schwerer der Boden, desto tiefer muss das Pflanzloch sein, da die Knolle dann auf mindestens 10 cm gut dräniertem Material, etwa grobem Sand, liegen muss. Die Grube selbst sollte etwa 20 cm tief sein. Bei sehr nassen Böden empfiehlt sich, die Knolle im Herbst auszugraben und zu überwintern. Ansonsten wird sie über den Winter mit Reisig oder Laub abgedeckt. Auch für die Teilung älterer Bestände ist jetzt der beste Zeitpunkt. Steppenkerzen könnten auch im Frühjahr gepflanzt werden, oft wird der Blütenflor jedoch nicht so schön wie bei einer Herbstpflanzung. 

Für die prächtigen Pfingstrosen, die nicht umsonst auch »Rose ohne Dornen« genannt werden, ist der Frühherbst die beste Pflanzzeit. Auch mit dem Verpflanzen alter Exemplare kann jetzt begonnen werden. Bis bei Pfingstrosen jedoch der Blütenflor nachlässt und sie verpflanzt werden, können mehr als zehn Jahre vergehen, sodass sie sehr lange an einem Platz bleiben können, oft mehrere Jahrzehnte. Die für unsere Gärten wichtigsten staudigen Arten sind die Chinesische Pfingstrose und die Bauern-Pfingstrose mit ihren zahlreichen Sorten. Aus einem Exemplar lassen sich nur sehr wenige Tochterpflanzen abtrennen. Nehmen Sie die Pflanze mit einer Grabegabel auf, befreien den Wurzelstock etwas von Erde und brechen dann die Teilstücke ab. Es sollte pro Teilstück eine kräftige Wurzel mit mindestens drei Augen verbleiben. Diese Augen dürfen nur etwa 3–5 cm locker mit Erde überdeckt werden. Wird zu tief gepflanzt, lässt der Blütenflor auf sich warten, zu hoch gepflanzt vertrocknen die Pflanzen. Ein sonniger Platz in nährstoffreichem, frischem 
Gartenboden ist ideal. Wurzeldruck von Bäumen und Sträuchern mögen Pfingstrosen gar nicht. Bevor Sie Teilstücke an anderer Stelle wieder einsetzen, verbessern Sie den Boden mit etwas Kompost. Nach dem Pflanzen junger Exemplare sollte man etwas Geduld haben. Es dauert etwa drei bis vier Jahre, bis stattliche Pflanzen mit einem ansehnlichen Blütenflor heranwachsen. So wie bei fast allen Pflanzen gibt es auch Pfingstrosen ab Frühjahr als Containerware. Sie sollten jedoch zeitig bis zum Ende des Erstfrühlings gepflanzt sein, da sonst die Gefahr zu groß ist, dass sie vertrocknen. Für die Herbstpflanzung wird 
meist wurzelnackte Ware angeboten.

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Redaktion Bauwohnwelt