Das 1x1 der Lichtplanung

Gerade jetzt in der kalten Jahreszeit merken wir, wie sehr wir auf eine gute Beleuchtung angewiesen sind. Während wir morgens helles Licht benötigen, um richtig wach zu werden, wünschen wir uns für den Feierabend ein warmes, gemütliches Lichtambiente, bei dem wir uns entspannen können. Was es alles rund um die Planung der Wohnraumbeleuchtung zu beachten gilt, verraten wir in diesem Beitrag.

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Online seit: 01.12.2014 | Themenbereich: Innenausstattung
Das 1x1 der Lichtplanung

Für jede Tätigkeit die passende Beleuchtung

Planen Sie Ihre Beleuchtung möglichst frühzeitig und richten Sie diese an die jeweilige Nutzung der Wohnräume aus. Stellen Sie sich beim Betrachten der einzelnen Räume stets folgende Frage: In welchen Bereichen des Zimmers gehe ich welchen Tätigkeiten nach und welche Lichtqualität benötige ich hierfür? Als zweites überlegen Sie sich, welche Lichtstimmungen Sie gern in den einzelnen Räumen kreieren wollen. Erst wenn Sie diese grundlegenden Fragen für sich beantwortet haben, sollten Sie sich mit der Auswahl geeigneter Leuchten und Lampen beschäftigen. Nützliche Hinweise hierzu lesen Sie in den folgenden Abschnitten.

Mehrere Leuchten für optimales Licht

Prinzipiell sollten in jedem Wohnraum mindestens drei Lichtquellen vorhanden sein. Eine übernimmt dabei die Aufgabe der Allgemeinbeleuchtung, d.h., sie sorgt im gesamten Raum für ein gleichmäßig helles Licht, so dass wir uns schnell zurechtfinden können. 

Andere Lichtquellen dienen der Platzbeleuchtung und versorgen einzelne Raumzonen, in denen man sehintensiven Tätigkeiten nachgeht, mit direktem Licht. Beispiele hierfür sind etwa die Leseleuchte neben der Couch, die Pendelleuchte über dem Esstisch oder die Arbeitsleuchte auf dem Schreibtisch.

 

Mehr Spielraum für die Lichtgestaltung schaffen

Je mehr Leuchten im Raum zur Verfügung stehen, desto mehr Möglichkeiten stehen Ihnen für die individuelle Lichtgestaltung zur Verfügung. Dieser Spielraum lässt sich durch dimmbare Leuchten und Leuchten mit beweglicher Struktur weiter ausdehnen. 

Gerade in Bezug auf die allgemeine Raumbeleuchtung sollten Sie eine Beleuchtungslösung wählen, bei der sich die Lichthelligkeit stufenlos regulieren lässt. So stehen Ihnen vom hellen Putzlicht bis hin zum romantischen Dämmerlicht vielfältige Beleuchtungsszenarien zur Auswahl. Im Idealfall verfügt die Allgemeinbeleuchtung von großen Räumen auch über mehrere Schaltungen, so dass Sie einzelne Raumzonen unabhängig voneinander variabel ausleuchten können. 

Mit mehreren Bewegungspunkten am Arm und/oder mit einem schwenkbaren Kopf ausgestattete Leuchten haben den Vorteil, dass sich ihr Lichtstrahl punktgenau ausrichten und somit jederzeit an die jeweilige Sehaufgabe anpassen lässt.

Schließlich haben mobile Leuchten gegenüber fest installierten den Vorteil, dass Sie Ihre Wohnräume jederzeit neu einrichten und die Leuchten entsprechend umstellen können.


Lichtakzente für ein ansprechendes Ambiente

Ergänzend zur funktionalen Beleuchtung können Sie zusätzliche Leuchten gezielt dafür einsetzen, um eine gewünschte Lichtstimmung zu kreieren. Hierfür setzen Sie sorgsam gewählte Lichtakzente ein, die sich an der Gliederung des Raumes orientieren und dabei architektonische Details, Skulpturen oder Gemälde in Szene setzen. Einbauleuchten, Spots und Fluter eignen sich am besten zu diesem Zweck. Sie sollten mit etwas Abstand zueinander in einem erkennbaren Muster angebracht werden, damit ein dynamisches Lichtambiente entsteht. 

Farbliche Lichtakzente schaffen Sie derweil mit Hilfe von RGB-LED-Leuchten und RGB-LED-Lichtbändern. Sie bieten mehr als 17 Millionen Lichtfarben, aus denen Sie die zu Ihrer aktuellen Stimmung passende auswählen oder einen dynamischen Farbverlauf einstellen.

Indirektes Licht für mehr Gemütlichkeit

Die meisten Menschen empfinden indirektes Licht als besonders angenehmen und entspannend. Mit Hilfe von Leuchten, die überwiegend Streulicht abgeben, lässt sich auf Knopfdruck eine wohnlich-gemütliche Atmosphäre schaffen.

Alternativ kann auch das Licht direkt strahlender Leuchten auf Wandflächen gerichtet werden, so dass diese es sanfter in den Raum reflektieren. Deckenfluter funktionieren nach diesem Prinzip, ebenso Wandleuchten mit nach unten und/oder oben gerichtetem Licht. Damit letztere eine behagliche Atmosphäre schaffen, sollten Sie auf einen breiten Abstrahlwinkel und einen weichen Schattenverlauf achten. 


Achten Sie auf Lichtfarbe und Farbwiedergabe

Für ein heimeliges Wohnlicht wählen Sie Leuchtmittel mit warmweißem Licht. Beim heimischen Arbeitszimmer sollten Sie dagegen auf die Lichtfarbe Tageslichtweiß Wert legen, da diese ein sachliches und konzentrationsförderndes Ambiente schafft.

Mit Hilfe des Farbwiedergabe-Indexes Ra wird beschrieben, wie gut wir bei künstlichem Licht die Farben von Objekten erkennen können. Der bestmögliche Wert liegt bei Ra 100 und bedeutet, dass wir Farben natürlich und unverzerrt wahrnehmen. Je niedriger der Ra-Wert ausfällt, desto mehr verfremdet das künstliche Licht den Farbeindruck. Prinzipiell sollten in Wohnräumen nur Leuchtmittel eingesetzt werden, deren Farbwiedergabe-Index über Ra 85 liegt. In der Küche, im Hobbyraum und im Arbeitszimmer, also überall da, wo es auf das Erkennen feiner Farbnuancen geht, sollten Sie Lampen mit Ra 90 und darüber bevorzugen.

Ans Stromsparen denken!

Die beste Lösung, um speziell bei der Beleuchtung Energie zu sparen, ist natürlich, so viel Tageslicht wie möglich zu nutzen. Helle Wandfarben reflektieren obendrein natürliches und künstliches Licht besser und verteilen es tiefer in den Raum hinein. Dunkle Wandfarben dagegen absorbieren einen Großteil des Lichts und machen für ein angenehmes Helligkeitsniveau den Einsatz leistungsstarker Lampen erforderlich.

Die Basis für eine energieeffiziente Beleuchtung bilden selbstverständlich Leuchtmittel mit hoher Lichtausbeute und Lebensdauer. In beiden Punkten liegen LED-Retrofit-Lampen und Leuchtstofflampen weit vorn, zudem überzeugen sie mit einer guten Lichtqualität.

Nutzen Sie außerdem elektronische Vorschaltgeräte, da diese nicht nur weniger Strom verbrauchen als konventionelle Geräte, sondern auch eine längere Lebensdauer aufweisen und leiser im Betrieb sind. Schließlich empfiehlt sich der Einsatz von Bewegungssensoren speziell für die Wegbeleuchtung rund ums Haus sowie für die Beleuchtung von Treppenhaus, Flur und Keller. 


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(c) Text: Daniela Schär, Lichtplanerin von LightingDeluxe


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Redaktion Bauwohnwelt