Spinnmilben - Schädlinge die großen Schaden anrichten können

Spinnmilben fühlen sich erst bei trockener, warmer Heizungsluft richtig wohl, sie haben ein hohes Vermehrungspotenzial und sind in der Lage, in kürzester Zeit Pflanzen stark zu schädigen. Spinnmilben sind die mit Abstand am schwierigsten zu bekämpfenden Schädlinge.

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Online seit: 29.06.2012 | Themenbereich: Schlafen und Relaxen
Spinnmilben - Schädlinge die großen Schaden anrichten können

Wie man Spinnmilben zu Leibe rückt

Speziell im Gewächshaus oder wenn im Herbst die Heizung angeschaltet wird, werden die Spinnmilben richtig aktiv. Spinnmilben halten sich meistens auf der Blattunterseite, vor allem unter den saftigen Triebspitzen, auf. Sie saugen den Saft aus den Zellen und ohne den Pflanzsaft trocken die Zellen nach kurzer Zeit aus. Die Pflanzen zeigen dann an den Blattoberflächen feine gelbe Sprenkel, mit zunehmendem Verfall trocknen die Blätter dann vollständig aus.

Die Gemeine Spinnmilbe, auch Rote Spinne genannt, ist die am weitesten verbreitete Art und als einzige in der Lage, die für sie typischen feinen Gespinste anzulegen. Die Gespinste werden sichtbar, wenn man sie leicht mit Wasser besprüht. Ausgewachsen sind Spinnmilben nur 0,4 mm groß, haben acht Beine und einen ovalen Körper. Unverwechselbar sind sie durch zwei kleine schwarze Flecken auf dem Rücken. Sie bevorzugen Pflanzen wie Zypergras, Gummibaum, Usambaraveilchen, Gardenie, Efeu, Grünlilien und verschieden Palmenarten.

Bekämpfung:

Ist die Pflanze schon ganz eingesponnen oder die Blätter verfärbt, dann sollte sie sofort entsorgt werden, ist die Pflanze nur leicht befallen, muss sie sofort abgesondert werden. Da die Spinnmilben niedrige Luftfeuchtigkeit benötigen, kann man die Pflanze, nachdem sie gut gewässert und die Blätter gut abgespritzt wurden, in eine Kunststofftüte stecken. Das dadurch geschaffene Kleinklima kann die Pflanze einige Tage vertragen, Spinnmilben jedoch nicht. Nach spätestens 10 Tagen sollte die Pflanze spinnmilbenfrei sein, wenn nicht, muss die Behandlung noch einmal wiederholt werden.

Im Fachhandel gibt es verschiedene Spezialpräparate (Akarizide), mit denen sich die Milben bekämpfen lassen. Hartlaubige Zimmerpflanzen, wie zum Beispiel der Gummibaum, können auch mit speziellen Ölen (Rapsöl, Weißöl) behandelt werden. Durch die Öltropfen verkleben die Atemöffnungen der Spinnmilben und sie ersticken in kürzester Zeit.

Biologisch lassen sich die Spinnmilben durch Raubmilben bekämpfen. Jede Raubmilbe saugt täglich bis zu 5 Spinnmilben oder 20 Eier aus, wodurch bei rechtzeitigem Einsatz ein Spinnmilbenbefall rasch unterdrückt wird. Für eine erfolgreiche Behandlung ist eine Luftfeuchtigkeit von ca. 60-70 % von Bedeutung, ansonsten vermehren sich die Raubmilden nur sehr langsam oder gar nicht. Da bietet sich die Raubmilbe Amblyseius cucumeris an, sie ist nicht sehr anspruchsvoll was die klimatischen Gegebenheiten angeht und kommt auch mit Zimmertemperatur sehr gut zurecht. An trockenen Tagen kann man durch kurzes mehrmaliges Besprühen der Pflanzen mit Wasser die nötige Luftfeuchtigkeit erreichen.


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