Sommer, Sonne, Hitze - Wertvolle Tipps zum Kühlen der Wohnung

An heißen Sommertagen kann die Hitze in geschlossenen Räumen schnell zur Belastung für Körper und Geist werden. Bei über 30 °C produktiv zu arbeiten oder in einer Tropennacht erholsamen Schlaf zu finden ist fast unmöglich. Hier einige wertvolle Tripps, mit denen ihre Wohnung auch bei hohen Temperaturen angenehm kühl bleibt.


Online seit: 30.07.2018 | Themenbereich: Ratgebertipps
Sommer, Sonne, Hitze - Wertvolle Tipps zum Kühlen der Wohnung

Die Österreicher empfinden eine Temperatur von etwa 23 °C als optimal – so hat es eine Umfrage ergeben. Kein Wunder also, dass es vielen Bürgern im Winter viel zu kalt und im Sommer unerträglich heiß wird. Das Klagen über zu niedrige oder zu hohe Temperaturen ist auch nicht unbegründet: Bei einer Wärme von 20 bis 25 °C fällt es dem menschlichen Kreislauf am leichtesten, die eigene Körpertemperatur zu regulieren und konstant auf 37 °C zu halten.

Doch im Sommer ist es schnell vorbei mit der gemäßigten Wärme. Gerade in geschlossenen Räumen kann es dann unerträglich heiß werden. Die ideale Raumtemperatur unterscheidet sich je nach Wohnbereich:

    Schlafzimmer: 16 bis 18 °C
    Küche: 18 bis 20 °C
    Wohnzimmer: 20 bis 22 °C
    Kinderzimmer: 20 °C
    Bad: 22 bis 24 °C

Am Arbeitsplatz entscheidet die ausgeübte Tätigkeit – je anstrengender der Job ist, desto stärker sollte der Raum heruntergekühlt werden. Für Bürotätigkeiten sind mindestens 20 °C vom Gesetzgeber vorgeschrieben, bei schweren körperlichen Arbeiten genügen 12 °C. Wenn die Temperatur 26 °C überschreitet, muss der Arbeitgeber Maßnahmen ergreifen, um die Wärme zu senken.


Mit perfekt gedämmten Räumen, Sonnenschutz und einer Klimaanlage lassen sich diese Richtwerte natürlich leicht einhalten. Doch was können Sie tun, wenn Sie nicht optimal auf die Hitze vorbereitet sind und auch ohne Klimaanlage Ihre Wohnung im Sommer angenehm kühlen möchten?

Schon mit ein paar schnellen und einfachen Tipps schaffen Sie es Ihre Wohnung kühl zu halten – ohne lange Vorbereitung oder finanziellen Aufwand. Damit sorgen Sie auch bei plötzlich steigenden Temperaturen für eine angenehme Kühle in Ihrem Schlafzimmer, Wohnzimmer oder am Arbeitsplatz.

1. Richtig lüften

Die Versuchung ist natürlich groß, bei Hitze die Fenster aufzureißen und so für einen erfrischenden Luftzug zu sorgen. Doch diese Lösung ist nur von kurzer Dauer. Ist die warme Außenluft erst einmal im Raum, wird das Kühlen schwierig – trotzdem können Sie das Lüften zum Kühlen deines Zimmers im Sommer nutzen. Öffnen Sie alle Fenster morgens oder abends, wenn die Temperaturen draußen nicht zu hoch sind. So sorgen Sie für Durchzug. Insbesondere zur Mittags- und Nachmittagszeit sollten die Fenster aber zu bleiben, damit keine warme Luft hineinströmt.

2. Vorhänge schließen

Auch die Einstrahlung der Sonne heizt deine Wohnung auf. Deshalb sollten deine Vorhänge tagsüber zugezogen bleiben. Besonders geeignet sind helle, blickdichte Gardinen, da diese das Sonnenlicht besser reflektieren und sich weniger stark aufheizen als dunkle Stoffe.

3. Ventilator verwenden

Besitzen Sie einen Ventilator, haben Sie ihn wahrscheinlich schon benutzt, um einen Raum auch ohne Klimaanlage zu kühlen. Beachten Sie ein paar Gesichtspunkte und Tipps, ist für eine kühle Wohnung gesorgt:

  • Benutzen Sie den Ventilator nur, wenn Sie sich im Zimmer aufhalten. Er sorgt ausschließlich für einen erfrischenden Luftzug, kühlt den Raum aber nicht nachhaltig ab
  • Stellen Sie den Ventilator morgens oder abends ans Fenster, um den Luftaustausch zu beschleunigen. Achten Sie darauf, dass er die warme Luft aus dem Zimmer bläst – er sollte also mit den Rotorblättern Richtung Fenster aufgestellt sein
  • Stellen Sie eine Schale oder einen Eimer mit Eiswürfeln vor den Ventilator. Damit erzielen Sie einen ähnlichen Effekt wie bei einer Klimaanlage – und können ganz ohne diese Ihre Wohnung schnell kühlen


4. Feuchte Tücher aufhängen

Auch ohne Ventilator helfen feuchte Tücher dabei, den Raum zu kühlen: Hängen sie diese in der Wohnung auf – die Feuchtigkeit im Stoff wird an die Umgebungsluft abgegeben und hilft durch das Phänomen der Verdunstungskälte dabei, deine Zimmer zu kühlen. Wichtig ist aber, dass Sie Ihre Wohnung morgens und abends gründlich lüften, um zu hoher Luftfeuchtigkeit vorzubeugen

5. Elektrogeräte ausschalten

Fernseher, Laptops und Stereoanlagen strahlen im Betrieb und selbst noch im Stand-by enorme Wärme aus. Im Sommer sorgen Sie durch das vollständige Ausschalten Ihrer Elektrogeräte für eine Kühlung von Räumen und sparen zusätzlich Strom. Auch der Herd in der Küche wirkt im längeren Betrieb wie ein Heizkörper.


6. Schlafen trotz Hitze in der Wohnung

Sollte es Ihnen in deiner Wohnung abends immer noch zu heiß sein, helfen kleine Haushaltstricks beim Einschlafen. Legen Sie Ihr Nachthemd oder eine Decke vor dem Schlafengehen kurz in die Gefriertruhe. Der kalte Stoff hilft Ihrem Körper beim Runterkühlen. In einem heißen Raum kann auch eine mit eiskaltem Wasser gefüllte Wärmflasche einen angenehmen Effekt haben. Auf eine kalte Dusche vor dem Schlafengehen sollten Sie hingegen verzichten, denn diese bringt den Kreislauf in Schwung, macht wach und sorgt dafür, dass die Wärme schlechter aus dem Körper transportiert wird.


Mittelfristige Lösungen

Die kurzfristigen Tricks für das Kühlen eines Raumes helfen zwar, die Temperaturen auf ein erträgliches Maß zu senken – für kalte Zimmer reichen sie aber meist nicht aus. Wenn Sie etwas Geld in die Hand nehmen, sind Sie für die nächste Hitzewelle jedoch gut gerüstet.


1. Jalousinen schützen vor Hitze

Vorhänge unterstützen Sie zwar dabei, Ihre Zimmer zu kühlen – besser ist es aber, wenn der Sonnenschutz außen vor der Fensterscheibe angebracht ist. Jalousien sind für das Kühlen eines Raumes ohne Klimaanlage hervorragend geeignet. Auch Sonnensegel, die vor dem Fenster montiert sind, halten das Sonnenlicht zuverlässig ab



2. Klimaanlage nutzen

Selbstverständlich ist die Anschaffung einer Klimaanlage eine der effektivsten Möglichkeiten, um die Raumtemperatur zu senken. Achten Sie beim Kauf neben dem Anschaffungspreis vor allem auf den Stromverbrauch und die Leistung, um bei der nächsten Hitzewelle keinen finanziellen oder wärmebedingten Schock zu bekommen.

Um die Wärme im Sommer wirklich vollständig aus den eigenen vier Wänden zu halten, sind größere Bauvorhaben notwendig. Insbesondere bei Dachgeschosswohnungen oder Fassaden, die nach Süden zeigen, lohnen sie sich aber, um die Hitze in der Wohnung zu bekämpfen.


Langfristige Lösungen


1. Wände dämmen


Die Wärme kommt im Sommer nicht nur durch die Fenster, auch die Wände eines Gebäudes heizen sich bei langanhaltend hohen Temperaturen auf. Um dem vorzubeugen, ist eine hochwertige Wärmedämmung zur Kühlung von Räumen unerlässlich. Die Umbaumaßnahmen kosten viel Geld, Zeit und Aufwand, aber helfen Ihnen beim Kühlen der Wohnung im Sommer enorm – außerdem sparen Sie im Winter Heizkosten.


2. Sonnenschutzverglasung einbauen

Tauschen Sie Ihre normalen Fensterscheiben gegen eine Sonnenschutzverglasung, um einfallendes Licht zu reflektieren. Die Glasscheiben gibt es in zwei Varianten:

  • Eine Art weist nur die Infrarotstrahlung ab und hilft so dabei, den Raum zu kühlen. Die reflektierende Schicht ist für das menschliche Auge nicht sichtbar – die Scheibe sieht aus wie normales Fensterglas
  • Die andere Variante ist, ähnlich einer Sonnenbrille, getönt. Sie weist auch das sichtbare Licht ab und sorgt für einen etwas dunkleren Raum – senkt aber auch die Zimmertemperatur beträchtlich.


Machen Sie sich am besten vor dem Einbau darüber kundig, ob Sie wegen der geplanten Energieeinsparung mit einer finanziellen Unterstützung in Form einer Förderung durch das Land rechnen können.


5. Flächenheizungen zur Kühlung einsetzen

Wand- und Fußbodenheizungen werden eigentlich mit der Erwärmung des Hauses in Verbindung gebracht, eignen sich mit den passenden Komponenten aber auch für das Kühlen deiner Zimmer. Dafür benötigen Sie eine Wärmepumpe, mit der Sie unkompliziert auch kaltes Wasser durch die Heizrohre leiten kannst und damit dein Zimmer auf eine angenehme Temperatur herunterkühlst. Achten Sie aber darauf, dass der Taupunkt auf der Oberfläche nicht unterschritten wird – ansonsten herrscht speziell auf glatten Bodenbelägen Rutschgefahr.



6. Lüftungsanlage erweitern

Die Lüftungsanlage dient im Winter als energieeffizientes Hilfsmittel zur Beheizung der Räume, da ein Wärmetauscher der hinausströmenden Luft die Wärme entzieht und damit die einströmende Luft erwärmt. Bei hohen Außentemperaturen lässt sich dieser Vorgang mit einem sogenannten Sommerbypass umgehen, der die frische Zuluft am Wärmetauscher vorbei leitet – diese wird dadurch nicht erwärmt. Wie beim Lüften per Fenster ist es sinnvoll, die Anlage vor allem in den Morgen- und Nachtstunden zu betreiben.


7. Fassaden begrünen und Bäume pflanzen

Die besonders umweltfreundliche, aber auch langwieriger umzusetzende Alternative ist, den eigenen Garten mit Bäumen zu bepflanzen. Die Blätter wirken im Sommer wie ein Sonnenschirm für das Haus, im Winter lassen die kahlen Zweige hingegen das warme Licht hindurch. Kletterpflanzen wie Efeu oder wilder Wein an der Hausfassade kühlen die Temperatur der Zimmer auch ohne Klimaanlage merklich ab. Sie wirken wie eine zusätzliche Isolationsschicht – und sind außerdem ein echter Hingucker.

 

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Redaktion Bauwohnwelt